Campus LinzMedizintechnik & Angewandte Sozialwissenschaften

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Gastvortrag des Linzer Kulturdirektors im Master GSP

Kulturentwicklung ist auch Stadtentwicklung


Ein Expertenvortrag von Dr. Julius Stieber, dem langjährigen Kultur- und Bildungsdirektor der Stadt Linz, brachte den Studierenden des Masterstudiums Gesundheits-, Sozial- und Public Management einen Einblick in die Aktivitäten und
Einrichtungen der oberösterreichsichen Landeshauptstadt im Kulturbereich.

Zu den städtischen Kultur- und Bildungseinrichtungen zählen neben der Musikschule unter anderem auch die VHS, die Stadtbücherei sowie die klassische Kulturverwaltung, welche sich etwa mit der Förderung der freien
Szene beschäftigt.
Nicht alle Kultureinrichtungen werden von der Stadt Linz direkt verwaltet. So werden beispielsweise das Ars Electronica Center (AEC) sowie die Museen in ausgelagerten Unternehmen geführt. Überdies ist die Linzer Veranstaltungsgesellschaft LIVA für das Brucknerhaus sowie den Posthof zuständig. Im Kulturentwicklungsplan der Stadt Linz wurden – mit der Beteiligung von 800 Personen – Leitprinzipien für die Kultur festgelegt sowie die Säulen „Chancengleichheit“, „Potentiale fördern“, „Zugänge schaffen“ und „Stadt öffnen“ entwickelt.

Kulturbudget: 52 Mio. Euro

Etwa 6 Prozent des städtischen Gesamtbudgets, also rund 52 Mio. Euro,stehen für Aufwendungen im Kulturbereich zur Verfügung. Dies zeigt auch den Stellenwert, welchen die Stadt Linz dem kulturellen Angebot beimisst.
Dabei beträgt der städtische Zuschuss etwa 34 Mio. Euro, der Rest wird circa zur Hälfte eigenfinanziert bzw. stammt aus Drittmitteln (Land, Bund, EU).
Die Bekanntheit von Linz weit über die Landesgrenzen hinweg besteht nichterst seit 2009, als Linz Kulturhauptstadt war, sondern startete bereits in den 80er-Jahren -  unter anderem durch Großveranstaltungen mit niederschwelligem Zugang („Kultur für alle“), wie zB das Pflasterspektakel oder die Klangwolke.

Linz09 – ein Wendepunkt in der Kulturpolitik?

Viele Städte nutzen eine Bewerbung als Kulturhauptstadt als Startschuss im Kulturbereich, doch Linz wollte und konnte mit Linz09 zeigen, dass es schon lange nicht mehr nur eine Industriestadt, sondern bereits eine beeindruckende
Kulturstadt ist. Im Zuge der Vorbereitungen für Linz09 wurde Wert darauf gelegt,das viele Grün in Linz zu präsentieren. Mit dem Höhenrausch, bei dem ein Riesenrad am Dach des City Parkhauses positioniert wurde, konnte ein einmaliges, innovatives Zeichen gesetzt werden, dass Linz außergewöhnlich ist. Dies wurde auch zum Landmark von Linz09 und spiegelte sich im Runden des Logos wider. Darüber hinaus wurden auch Projekte mit historischem
Hintergrund umgesetzt. So erinnerten beispielsweise aufgesprühte Kurzgeschichten auf Gehflächen in der ganzen Stadt an die NS-Vergangenheit, welche mit der Zeit wieder verblassten.
Linz ist jedoch nicht bei 2009 stehen geblieben, sondern hat sich vielseitig weiterentwickelt, wodurch die Stadt 2014 zur Unesco City of Arts ernannt wurde. Linz hat ihr Potential genutzt und sich zu einer fortschrittlichen Industrie- und Kulturstadt entwickelt.

Im nächsten Jahr findet das 10-jährige Jubiläum der Kulturhauptstadt statt, welches Linz entsprechend nutzen wird.
Man darf also gespannt sein…