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Department Soziale Arbeit am deutschen Bundeskongress für Soziale Arbeit

Das Department Soziale Arbeit der FH Oberösterreich war auf dem diesjährigen Bundeskongress Soziale Arbeit Anfang September im deutschen Bielefeld vertreten. Der Bundeskongress Soziale Arbeit wird vom Initiativkreis Soziale Arbeit veranstaltet, findet alle zwei bis drei Jahre statt und führt aktuelle Entwicklungen und Diskussionen in der Profession und der Disziplin Soziale Arbeit zusammen.


Mit vielen hunderten Teilnehmer*innen ist dieser Kongress die mit Abstand wichtigste Konferenz für die Soziale Arbeit in Deutschland und stellt ein Diskussionsforum im Schnittfeld von Fachpraxis und Wissenschaft dar, in dem sich die Soziale Arbeit fachlich-politisch verortet und zentrale gesellschaftliche Themen und Herausforderungen bilanziert. Dieses Mal stand er unter dem Motto „Der Wert des Sozialen – Der Wert der Sozialen Arbeit“. Seine besondere Relevanz zeigt dieses Thema an dem Widerspruch zwischen einerseits der aktuell sehr guten Arbeitsmarktsituation und der gesellschaftlichen Anerkennung Sozialer Arbeit und anderseits den aber immer häufiger atypischen Arbeitsverhältnissen.

Innerhalb der Praxis der Sozialen Arbeit nehmen Ethik, die Berufsethik und ethische Richtlinien notwendigerweise einen immer breiteren Raum ein. In einem Workshop stellten Prof. Dr. Frank Como-Zipfel und Prof. Dr. Dieter Kulke, beide von der Hochschule Würzburg-Schweinfurt sowie FH-Prof.in Dr.in Iris Kohlfürst von der FH Oberösterreich Ergebnisse zur „Rezeption von berufsethischen Richtlinien in der Praxis der Sozialen Arbeit“ vor. Das internationale Forschungsprojekt zur Ethik/Berufsethik der Sozialen Arbeit wurde in Verbindung mit dem Österreichischen Berufsverband der Sozialen Arbeit und deutschen Berufsverband DBSH durchgeführt. Im Mittelpunkt stand eine Online-Befragung von Angehörigen der Sozialen Arbeit in Österreich und Deutschland.

Die Befragung behandelt diverse Themenfelder aus dem Bereich der Ethik/Berufsethik, etwa Einstellungen zur Ethik; die Kenntnis von berufsethischen Richtlinien; die Wahrnehmung des Doppel- bzw. Tripel-Mandats in der Praxis; ethische Dilemmata in der Praxis und der Umgang mit ihnen. An der Befragung nahmen über 1.300 Personen teil.

Es zeigt sich, dass ethische Fragen in der Praxis Sozialer Arbeit sehr häufig vorkommen. Demgegenüber finden die Praktiker*innen aber nur in weniger als der Hälfte der Fälle Hilfestellung durch ethische Fallbesprechungen oder in noch weniger Fällen (7,6 %)  durch Ethikbeauftragte oder Ethikkomitees. 87,2 % der Befragten sehen sich in der Praxis auch mit dem Tripelmandat konfrontiert. Ein interessanter Effekt ist, dass man selber viel häufiger den – auch durch Richtlinien – gesetzten Anforderungen mit einer Betonung der Interessen der Klientel entspricht, als man dies der Kollegenschaft in der Sozialen Arbeit generell zuschreibt. Alles in allem deuten die Ergebnisse auf häufige ethische Herausforderungen und Dilemmasituationen und die Notwendigkeit einer stärkeren reflektierten Bearbeitung dieser hin.

FH-Prof. Dr. Iris Kohlfürst