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Brigitta Nöbauer als Expertin bei den "Kommunalen Sommergesprächen" des Gemeindebundes

Bundesweites Treffen von KommunalexpertInnen in Bad Aussee von 18. - 20. Juli 2018


Im Forum drei im Rahmen der "Kommunalen Sommergespräche" des Österreichischen Gemeindebundes wurde über die Alternativen zum Pflegeheim diskutiert. Das "Rundum-sorglos-Paket" bräuchten nicht alle älteren Menschen, waren sich die Experten - darunter FH-Prof. Dr. Brigitta Nöbauer vom Department Gesundheits-, Sozial- & Public Management der FH Oberösterreich - einig.

Nöbauer etwa hat untersucht, unter welchen Voraussetzungen der Heimeinzug bei Menschen mit niedrigen Pflegestufen reduziert werden kann. 

Ihr Ansatz: Einzelfälle müssten im Rahmen eines echten "Case Management" verstärkt beurteilt werden, satt bloßer Orientierung an den vorhandenen Pflegestufen. "Außerdem müssten alternative Wohnformen ausgebaut werden", sagt Nöbauer. Einerseits durch mehr Personal sowie auch durch Gestaltung passgenauer Leistungspakete und Einbeziehen von Angehörigen. Nöbauer regt außerdem die Mitbetreuung von Personen durch Angebote "unter einem Dach" an, sprich, Pflegeheime könnten Wohneinrichtungen im unmittelbaren Umfeld mitbetreuen. Nöbauers Appell: "Mobile Dienste sind derzeit kaum eine Alternative." Einerseits aufgrund des aktuellen Leistungsangebots und auch aufgrund der Kosten.

Die Conclusio der Forumsteilnehmer, die unter Leitung von KURIER-Redakteur Matthias Hofer diskutierten, lautete übrigens: Es muss in Zukunft mehr und bessere Angebote für die Pflege zu Hause geben, da sie weit günstiger ist, als die stationäre Betreuung. Eine Wortmeldung bringt die Dringlichkeit des Unterfangens auf den Punkt: "80 Prozent der Pflegebedürftigen werden daheim betreut. Wenn die Angehörigen, die derzeit diese Betreuungsleistung erbringen, das nicht mehr tun, kollabiert das System."

Bildquelle: event-fotograf/Gemeindebund