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Linzer Medizintechnik-Forscher liefen Erkenntnisse für bessere Behandlung von bakteriellen Infektionen

Antikörper sind entscheidend für die Immunantwort des Körpers gegen Bakterien. Um die Abtötung von Bakterien zu bewerkstelligen, müssen sie an die Bakterienzelle binden und so eine sogenannte "Komplementreaktion" auslösen. Ein Forscherteam des Departments Medizintechnik an der FH Oberösterreich rund um Dr. Johannes Preiner hat gemeinsam mit einem Team vom University Medical Center Utrecht aktuell in der Fachzeitschrift "Proceedings of National Academy of Science USA“ Erkenntnisse veröffentlicht, die dabei helfen können, gefährliche Keime zu bekämpfen.

Das Auslösen einer Komplementreaktion, ein wichtiger Abwehrmechanismus unseres Immunsystems gegen Krankheitserreger, erfordert, dass sich Antikörper zu sechst zusammenfinden und sternförmige Gebilde formen, welche sechseckigen Schneeflocken gleichen. Der Fachbegriff dafür lautet Antikörper Hexamere. Manche pathogene Bakterien produzieren jedoch Antikörper-bindende Moleküle, die eben genau an die für eine erfolgreiche "Hexamerisierung" benötigten Regionen der Antikörpermoleküle binden.

In der aktuellen, sogar vom renommierten Fachblatt „Nature Reviews Microbiology“ gecoverten Studie zeigen die Linzer Forscher, dass das von pathogenen Bakterien wie Staphylococcus aureus gebildete Protein A (SpA) spezifisch die Bildung von Antikörper Hexameren und damit die nachgeschaltete Aktivierung des Komplementsystems verhindert. Außerdem zeigen das Linzer Team und ihre Kooperationspartner, dass sich spezielle, s.g. IgG3 Antikörper von den Abwehrmechanismen der Bakterien nicht beeindrucken lassen und die Abtötung von S. aureus durch menschliche Immunzellen zu ermöglichen. Das Wissen über die Wirkungsweise solcher bakteriellen Proteine auf Antikörper ermöglicht nun neue Ansätze in der Behandlung von Infektionen mit diesen so genannten „Krankenhauskeimen“, die bereits gegen viele Antibiotika resistent sind.


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