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"Home-Therapy" für die Augen aus dem Department Medizintechnik

Um beim mittlerweile vertraut gewordenen Vokabular zu bleiben: es gibt nicht nur "Home-Office", sondern auch "Home-Therapy".

Im Rahmen einer Studie haben sich das Department Medizintechnik der FH Oberösterreich und Mediziner der Wirkung von repetitivem visuellem Training bei Patienten mit trockener altersbedingter Makuladegeneration gewidmet.

Unter dem Begriff Makuladegeneration oder Makulopathie wird eine Gruppe von Erkrankungen der Netzhaut des Auges zusammengefasst, die die Macula lutea („Gelber Fleck“) betreffen.

In Zusammenarbeit mit Prim. Doz. Dr. Robert Hörantner vom Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Ried wurden von FH-Prof. PD Dr. Thomas Haslwanter eine neue Behandlungsmöglichkeit entwickelt, welche ganz normale Tablets oder grosse Mobil-Telefone benützt. Sie kann ohne Nebenwirkungen auch zuhause durchgeführt werden. 

 

Die Studie im Überblick

Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von repetitivem visuellem Training mit großflächiger visueller Stimulation bei Patienten mit trockener altersbedingter Makuladegeneration (AMD) zu untersuchen.

Methoden

An 11 Patienten mit unilateraler oder bilateraler trockener AMD wurde der Medical Eye Trainer (MET) getestet. Der MET besteht aus einem Trainingssystem für das gesamte visuelle System. Dabei wurde ein bewegliches Gitter als Stimulus auf einem tragbaren Gerät mit Bildschirm präsentiert (Tablet). Das repetitive visuelle Training erfolgte einmal am Tag für 90 s, die Gesamtdauer betrug 3 Monate.

Ergebnisse

Der MET war in der Lage, die visuelle Funktion nach 3‑monatiger Verwendung signifikant zu verbessern. Eine Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens gaben 8 der 11 Patienten an. Es wurden keine negativen Wirkungen festgestellt.

Schlussfolgerung

Der MET stellt eine effektive zusätzliche Behandlungsoption für Patienten mit trockener AMD dar, ohne dass dabei etablierte Behandlungsmethoden vernachlässigt würden.

 

 

 

 

Der Patient muss einen Zielpunkt fixieren, während im Hintergrund gegenläufige Muster zu einer optischen Stimulation der Retina führen.