Campus LinzMedizintechnik & Angewandte Sozialwissenschaften

News/AktuellesFH OÖ Campus Linz

Gemeindebundpräsident Hingsamer im Austausch mit PUMA-Studierenden

Ein Verständnis für die Politik zu haben ist für die Mitarbeiter*innen im öffentlichen Sektor wichtig. Um entsprechende Einblicke zu gewinnen, konnten sich Bachelorstudierende von Public Management (PUMA) bei einem online-Gastvortrag im Rahmen der Lehrveranstaltung „Verwaltung und Politik“ im 5. Semester mit dem oberösterreichischen Gemeindebundpräsidenten Johann Hingsamer austauschen. 

 

„Wenn wir sagen, dass wir uns dieses oder jenes wünschen, dann müssen wir uns beteiligen und uns aktiv einbringen – nur so können wir auch etwas erreichen.“ So lauteten die einleitenden Worte von Johann Hingsamer bei seinem Besuch an der FH Oberösterreich. Der Präsident des Oberösterreichischen Gemeindebundes engagierte sich schon seit seinen jungen Jahren in vielen Ämtern der politischen Landschaft: von der Landjugend, zum Gemeinderat, als Bürgermeister der Gemeinde Eggerding, Bürgermeistersprecher des Bezirks Schärding bis hin zum Landtagsabgeordneten. Er blickt auf eine lange und wie er sagte „von Konsens geprägte“ Karriere zurück.

 

Das Amt von Bürgermeister*innen beschrieb er als das „schönste Amt im Land“, weil man dabei den Menschen - auch mit kleinen Dingen - helfen kann. Es gehe ihm dabei um das “sichtbare Gestalten in der Politik”. Dennoch zeigte sich der ehemalige Bürgermeister von Eggerding ehrlich und meinte, dass man nie alle Bürger*innen erreichen kann – aber „der direkte Kontakt sei das Wichtigste,“ so Hingsamer.

 

Die Studierenden interessierten sich für die politischen Funktionen und Tätigkeiten, seine persönlichen Erfolge und Herausforderungen, die er erlebt hatte. Ebenso wollten die Studierenden mögliche Interessenskonflikte zwischen Politik und Verwaltung aus erster Hand erfahren, aber auch wesentliche Trends die die Gemeinden beeinflussen und meistern müssen. Fest steht für Hingsamer, dass “die Bevölkerung zunehmend mehr Professionalität von der Verwaltung verlangt”. Dabei spielt für den Vollblutpolitiker auch die Digitalisierung eine große Rolle - einerseits bei den Abläufen innerhalb der Gemeinde, aber auch beim Kontakt mit den Gemeindebürger*innen. Große Themen wie Finanzierung und Personal werden die Gemeinden auch künftig intensiv beschäftigen. Diskutiert wurde auch die künftige Attraktivierung des ländlichen Raums. Der Interessensvertreter betonte hier die Rolle des öffentlichen Verkehrs und kam in weiterer Folge auf den Klimaschutz zu sprechen.

 

Besondere Herausforderungen wie die aktuelle Corona-Pandemie waren ein anschauliches Beispiel, wie kommunales Krisenmanagement umgesetzt wird und wie oftmals sehr rasch Maßnahmen umzusetzen sind. Die aktuelle Pandemie diente als anschauliches Beispiel zum Ablauf der Gesetzgebung  und zum zugrundeliegenden politischen Entscheidungsprozess. Dazu meinte der erfahrene Profi, dass es in der Politik „Netzwerke“ braucht und im Vorfeld Überzeugungsarbeit zu leisten ist, sowohl in der Verwaltung als und in der Politik. Dabei setzt er immer auf sachliche Argumente und Vertrauen. Wenngleich er auch einem gewissen Pragmatismus andeutet: „Steine, die ich nicht heben kann, muss ich liegen lassen“. Jedem muss klar sein, dass man es nicht allen recht machen, trotzdem betonte er, dass man auf Menschen zugehen soll. Diesen feinen Grat in der Politik und Verwaltung konnten die Studierenden dank seiner Ausführungen besonders gut nachvollziehen.  

Text: Simone Mayr-Kirchberger

Die Studierenden des Studiengangs PUMA im regen Austausch mit dem oberösterreichischen Gemeindebundpräsidenten Johann Hingsamer