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FH OÖ Studie: Nach der Herzoperation daheim versorgt dank Internet

Auf eine Herzoperation folgt die kritische Zeit der Rehabilitation, in der eine regelmäßige Überwachung medizinischer Werte entscheidend ist. In einem neuen Forschungsprojekt soll die Messung dieser Werte mittels Telemonitoring zuhause erfolgen, die Daten wandern via Internet ins Klinikum Wels - Grieskirchen. Dieselbe Technologie soll die medizinische und pflegerische Versorgung im Betreubaren Wohnen verbessern.

Vor allem für ältere Patienten sind häufige Fahrten ins Spital zur Kontrolle nach einer Herzoperation belastend. Der Forschungsschwerpunkt Leben im Alter der Fakultäten Linz und Hagenberg der FH Oberösterreich forscht im Projekt PIN nach Abhilfe. „Die Daten sollen regelmäßig zum Arzt wandern, nicht der Patient“, so der Projektleiter Prof. Dr. Markus Lehner. Nicht nur die Fachabteilung im Klinikum hat Zugriff auf die Daten, vielmehr sollen über das Ärztebefundportal des Klinikum Wels - Grieskirchen auch Hausärzte Zugriff erhalten. „Wir erwarten uns bessere Rehabilitationserfolge durch das regelmäßige Monitoring wichtiger Werte“, sieht Prim. Univ. Prof. Dr. Bernd Eber, Leiter Abteilung für Innere Medizin II am Klinikum Wels – Grieskirchen das Monitoring als optimale Weiterführung der stationären und ambulanten Betreuung seiner Patienten.

Einsparungspotenzial ausschöpfen

„Weniger Fahrtkosten und die Möglichkeit, früher auf medizinische Probleme reagieren zu können sollen auch Kosteneinsparungen im Gesundheits- und Sozialsystem bringen. Das Forschungsprojekt PIN vernetzt die Angebote der Versorgungsregion 42 optimal und steigert die Versorgungsqualität der Region Wels - Grieskirchen - Eferding“, weist Mag. Raimund Kaplinger, Geschäftsführung Klinikum Wels - Grieskirchen, auf die Ausrichtung des regionalen Nahtstellenmanagements WE.G.E. 42 hin.

Auch im Betreubaren Wohnen der Welser Heimstätte soll diese innovative Technologie eine Verbesserung der medizinischen und pflegerischen Versorgung bringen. Regelmäßige Messdaten von Werten wie Blutdruck, EKG, Blutzucker oder Gewicht stehen bei Bedarf den Ärzten zur Verfügung. Zudem kann über Videotelefonie jederzeit Kontakt mit dem Notarztdienst oder Pflegekräften aufgenommen werden. Die Forschungspartner auf technischer Seite sind die Welser IT-Firma x-tention und die Fa. Spantec, unterstützt wird das Projekt auch von der Welser Firma OMS Objekt Management Service.

Die Umsetzung erfolgt auf Basis der Richtlinien der künftigen Elektronischen Gesundheitsakte, womit die Projektergebnisse österreichweit übertragbar sind. Im Juni 2013 wird mit dem Projektabschluss feststehen, ob dieses von der Forschungsförderungsgesellschaft des Bundes (FFG) geförderte Projekt seine hochgesteckten Ziele erreicht hat.

WE.G.E 42 ist das Nahtstellenmanagement der Regionen Wels, Wels Land, Grieskirchen und Eferding. Die Arbeitsgemeinschaft besteht aus Vertretern der Trägern (Klinikum Wels - Grieskirchen, OÖ Ärztekammer, OÖGKK, Stadt Wels, Bezirke Wels Land, Grieskirchen und Eferding, OÖ Apothekerkammer) und 25 Partnerinstitutionen aus Gesundheits- und Sozialbereich der Versorgungsregion 42. Ziel ist, alle Angebote aus dem Gesundheits- und Sozialbereich zu bündeln und damit effizienter zu machen.

Der Blutzucker ist einer jener Patienten-Werte, die via moderner Kommunikationstechnologie an den Arzt übermittelt werden können. Bildquelle: FH OÖ (Abdruck honorarfrei)