Campus LinzMedizintechnik & Angewandte Sozialwissenschaften

News/AktuellesFH OÖ Campus Linz

FH OÖ: International Days für SozialexpertInnen in Linz

Auch das hochentwickelte österreichische Sozialwesen benötigt internationalen Austausch, um sein hohes Niveau zu halten. Am Master-Studiengang „Soziale Arbeit“ der FH Oberösterreich in Linz hatte man Ende Juni SozialexpertInnen aus Großbritannien, Finnland, Ungarn, Deutschland und den USA im Rahmen von „International Days“ zu Gast, um wechselseitig Impulse für Ausbildung und Forschung zu gewinnen. Die US-amerikanische Partneruni University of Wisconsin-Milwaukee (UWM) kann beispielsweise jährlich auf rund 9 Millionen Dollar alleine für die Forschung in der Sozialarbeit und der Kriminologie zurückgreifen.

„Sowohl Professoren als auch Studierende müssen ständig unterschiedliche Perspektiven einnehmen. Das liegt in beiderseitigem Interesse und verbessert die Qualität der Arbeit“ formuliert Dekan Stan Stojkovic von der UWM. Vor allem in der Forschung zeigt der US-Experte, der Linzer FH-Fakultät seit mehreren Jahren verbunden, Interesse an einer noch engeren Zusammenarbeit. Sein jährlicher Forschungsetat von rund 9 Millionen Dollar stammt hauptsächlich aus staatlichen Quellen in Form von Forschungsförderung oder direkten Forschungsaufträgen, aber auch zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus privaten Mitteln. Die Helen-Bader-Foundation stellt den akademischen ExpertInnen privat gestiftete Gelder für ihre Arbeit zur Verfügung.

Prof. (FH) Mag. Dr. Christian Stark, Leiter des Masterstudiengangs Soziale Arbeit, will daher neben einem noch intensiveren Austausch von Lehrenden und Studierenden auch Möglichkeiten sondieren, um mit dieser renommierten US-Universität die Forschung im Sozialbereich voran zu treiben. „Die Anwesenheit von Gastvortragenden ist die ideale Gelegenheit, um Kooperationen im Lehr- und Forschungsbereich intensiver zu gestalten“ ergänzt Mag. Iwona Wasilewska, die an der Linzer FH-Fakultät das International Office leitet.

„Exotisches“ Thema: Soziale Lage der Familien von Terrorverdächtigen

Neben Themen, die auch in der Realität der Sozialen Arbeit in Österreich eine zentrale Rolle spielen wie die Ausbildung von SozialarbeiterInnen, der Kinderschutz oder zivilgesellschaftliches Engagement gegen Rechtsextremismus informierte Surinder Guru von der Universität Birmingham über spezifische Auswirkungen der Terrorgefahr in Großbritannien. Im Rahmen ihrer Forschungen untersuchte sie die Diskriminierung der Angehörigen von Terrorverdächtigen, auch wenn es zunächst weder ein Urteil noch Beweise gegen diese gibt. Gerade die Frauen von vielfach auch zu Unrecht verdächtigten Männern sind oft mangelhaft in die britische Mehrheitsgesellschaft integriert und können ihre Familie kaum versorgen. SozialarbeiterInnen können hier noch viel zu wenig Integrationsarbeit leisten, weil die Fälle meistens unter der geschlossenen Decke bleiben.

SozialexpertInnen aus den USA und Europa trafen ihre österreichischen Kollegen an der FH Oberösterreich. Bildquelle: FH OÖ (Abdruck honorarfrei)