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11. Public Management Impulse am Campus Linz der FH Oberösterreich

Leere Geschäftslokale, fehlende Mobilitätskonzepte, mit ewig gleichen Fachmarktzentren übersäte Ränder von Städten und Gemeinden – die Agenda der Kommunen, Lebensräume für ihre BürgerInnen zu gestalten, wird gerade in Zeiten des boomenden Internethandels nicht kleiner. Mehr als 120 ExpertInnen und KommunalpolitikerInnen zeigten bei einer Fachveranstaltung der FH Oberösterreich in Linz aber, dass es auch anders geht.


„Baukultur ist ein zentrales Stichwort“ sagt Univ. Prof. Dr. Sybilla Zech, Regionalplanerin und Raumentwicklerin an der Technischen Universität Wien. Aus ihrem Heimatbundesland Vorarlberg hat sie zahlreiche Beispiele mitgebracht, wie durch gestalterische Maßnahmen Leben in die Stadt- und Ortskerne zurückkehrt. Eine große Bedeutung hat für die Regionalplanerin und Raumentwicklerin dabei das Thema Mobilität: „Der Öffentliche Verkehr muss die Siedlungsplanung wesentlich mitbestimmen, mit der Bahn als Rückgrat. Damit einher geht verdichtetes Bauen mit verschiedener Nutzung im direkten Umfeld von Bahnhöfen“.

Umdenken in der Raumordnung
Vergleicht die Professorin die Situation heute mit jener von vor zehn Jahren, erkennt sie auch in der Raumordnungspolitik ein Umdenken. Ein „zurück in die Ortskerne“ werde forciert, während Gewerbeflächen an den Rändern einer „echten gewerblichen Nutzung“ vorbehalten sein sollen. Hinsichtlich der Zentren machen sich die Gemeinden zunehmend selber über die Nutzung etwa von Erdgeschosszonen Gedanken. Sie können hier sowohl als Vermittler zwischen Vermietern und Nutzern, aber auch mittels Auflagen eingreifen.

Berücksichtigen muss man das Auto mittelfristig aber schon noch, wie Gerald Hackl, Bürgermeister von Steyr, deutlich macht: „Mit der Hanggarage und ihren 260 Plätzen haben wir einen maßgeblichen Impuls gesetzt, um unsere wunderschöne historische Innenstadt zu beleben.“ Auch der Gestaltung des öffentlichen Raumes misst die Steyrer Stadtpolitik große Bedeutung bei, um für ein urbanes Publikum attraktiv zu sein.

Unterschiede zwischen zentralen Orten und Peripherie
Anders als für die nach den Worten des Bürgermeisters „grünste Industriestadt Österreichs“ sind die Herausforderungen für kleine Gemeinden wie Engerwitzdorf bei Linz und Eggerding im Innviertel. Während Herbert Fürst, Bürgermeister der Linzer Speckgürtelgemeinde, auf eine Verdoppelung der Einwohnerzahl seit den 1980er Jahren verweist, ist für Hans Hingsamer aus dem peripheren Innviertel selbst ein moderater Anstieg ein Erfolg. Als Präsident des oberösterreichischen Gemeindebundes kennt er die Herausforderungen bezüglich Arbeitsplätze im ländlichen Raum ebenso wie die zentrale Rolle von Hauseigentümern bei der Entwicklung von Ortskernen.

„Aus Projekten zu Themen wie Raumplanung, Flächennutzung oder Belebung von Innenstädten wissen wir, wie verschieden die Instrumente sind, die für eine bestimmte Gemeinde passend sind“ ergänzt FH-Prof. Dr. Franziska Cecon, Professorin für Public Management an der FH Oberösterreich. Ob Stadt- und Ortszentren jemals wieder primär als Orte des Einkaufens gesehen werden können, bezweifelt Sybilla Zech. Viel stärker würden Bildung und soziale Vernetzung deren Funktionen in der Zukunft sein. Das gelte nicht nur für große Städte, sondern etwa auch für Bezirksstädte.

Zu den Vortragsunterlagen

: Mehr als 120 BesucherInnen aus der öffentlichen Verwaltung widmeten sich bei den 11. Public Management Impulsen dem Thema „Kommunen gestalten Lebensräume“. Bildquelle: FH OÖ