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250 BesucherInnen bei Cyberwar-Vortrag

Internationale IT-Sicherheitsexperten nahmen den "Internetkrieg" ins Visier und informierten über die wachsende Bedrohung durch Hacker-Attacken, Phishing, Viren und andere Formen der Cyberkriminalität


250 Besucher informierten sich bei einer IT-Sicherheitsveranstaltung in Hagenberg über die wachsende Bedrohung durch Hacker-Attacken, Phishing, Viren und andere Formen der Cyberkriminalität.

Die Oberösterreichische Offiziersgesellschaft, die Wirtschaftskammer Oberösterreich und der "Arbeitskreis Cyber Security Oberösterreich" veranstalteten am 22. März eine Podiumsdiskussion, die auf die Risiken von Cyber-Angriffen auf Unternehmen, Organisationen und Regierungen aufmerksam machen sollte und dabei auch über wirksame Gegenmaßnahmen informierte. Nationale und internationale Experten hatten zuvor in  einem ganztägigen Workshop über das Thema „Cyberwar – Internetkrieg“ diskutiert,  und präsentieren abends ihre Ergebnisse der Öffentlichkeit.

Die beiden Veranstaltungen fanden an der FH OÖ Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien in Hagenberg statt, die durch ihr Bachelor- und Master-Studium „Sichere Informationssysteme“ sowie den in Kooperation mit dem BMLVS entwickelten berufsbegleitenden Sicherheitslehrgang „ASICT“ als eine der führenden Ausbildungseinrichtungen unseres Landes für IKT-Sicherheitsexperten gilt.

Experten  warnen vor der Gefahr im Netz

Er erschien vergangenen Sommer vielen als Vorbote des „Cyberwar“: der Wurm "Stuxnet", der das iranische Atomprogramm zum Ziel hatte, aber auch Steuerungssysteme von Siemens in anderen Ländern attackierte. Wahrscheinlicher als ein reiner Cyberwar, so eine im Jänner veröffentlichte OECD-Studie, seien aber IT-Angriffe als Teil einer komplexen militärischen Strategie und vor allem ein  erhöhtes Risiko von Internetspionage, mit den meisten Zielen in der Privatwirtschaft.  

In Deutschland rüstet sich die Regierung bereits: sie startet noch in diesem April ein "Nationales Cyber-Abwehrzentrums". Auch in Österreich werden erste Schritte auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Behörden und Institutionen gesetzt.

Eine unabkömmliche Maßnahme, wie die in Hagenberg tagenden IT-Sicherheitsexperten aus Oberösterreich, Deutschland und Schweden meinten. Auch in Oberösterreich wären Wirtschaft, öffentliche Verwaltung und Behörden heute mehr denn je von IT-Infrastruktur und Internet abhängig. Ausfälle von oder Angriffe auf Datennetzwerke, Telekommunikationseinrichtungen oder Energievorsorgung wären somit äußerst kritisch und in manchen Fällen, wie etwa Krankenhäusern, sogar lebensbedrohlich.

Die Expertengruppe kam zum Ergebnis, dass die Einrichtung von übergreifend koordinierten Anlauf- und Analysestellen für Sicherheitsvorfälle im IKT-Bereich, wie sie etwa mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnologie in der BRD existiert, erforderlich ist und Österreich hier gegenüber anderen Nationen einen Nachholbedarf hat. Sie spricht sich auch für einen weiteren Erfahrungsaustausch innerhalb des Bundeslandes OÖ aus.

Cyberwar-Erfahrungen aus erster Hand

Spezialisten aus zwei Ländern, die bereits eine eigene Behörde zum Kampf gegen Cyber-Angriffe eingerichtet haben, haben im Rahmen der Podiumsdiskussion über ihre Erfahrungen mit Cyberkriminalität berichtet: aus Schweden war Håkan Petersson vertreten, der als Electronic Warfare Officer in der schwedischen Armee tätig ist und aus der BRD Michael Dwucet vom CERT des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI), das ein Cyber-Abwehrzentrum für die Behörden in der BRD betreibt. Über Aktivitäten und erforderliche Zukunftsschritte aus Sicht des BMLVS berichtete Mag. Walter Unger, Leiter IKT-Sicherheit im Abwehramt des Bundesheeres.

Als Vertreter der OÖ Offiziersgesellschaft referierte Mag. Dieter Muhr, Oberst des Generalstabsdienstes, und berichtete über die behandelten Szenarien und Ergebnisse der Arbeitsgruppe.

„Wir freuen uns, Gastgeber dieser Veranstaltung gewesen zu sein und hoffen, damit das IKT-Sicherheitsbewusstsein im Land weiter zu erhöhen“, sagt FH-Prof. DI Robert Kolmhofer, Leiter des Departments „Sichere Informationssysteme“ an der FH OÖ in Hagenberg.

Michael Dwucet bei seinem Vortrag, sitzend v.l.n.r.: Oberst Josef Hartl, Oberst dG Mag. Dieter Muhr, Håkan Petersson, Oberst dG Mag. Walter Unger

Michael Dwucet bei seinem Vortrag, sitzend von links nach rechts: Oberst Josef Hartl, Oberst dG Mag. Dieter Muhr, Håkan Petersson, Oberst dG Mag. Walter Unger (Bildquelle: Ing. Florian Gumpinger [Abdruck honorarfrei])