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Crowdworking – eine erstrebenswerte Form digitaler Arbeit?

Im Auftrag der AK OÖ erforschten KWM-Studierende ein Semester lang Crowdworking in Österreich. Dabei kam sowohl eine qualitative als auch eine quantitative Befragung zum Einsatz. Die Ergebnisse wurden Ende Juni in Linz präsentiert und stießen nicht nur bei der AK, sondern auch bei VertreterInnen namhafter Firmen auf reges Interesse.


Als Folge von Digitalisierung und Globalisierung entwickeln sich neue Formen der Arbeitsverteilung wie Crowdworking. Unternehmen können dabei Aufgaben über das Internet an eine Schar von potentiellen AuftragnehmerInnen, die sogenannte Crowd, auslagern. Über Plattformen wie Clickworker oder myHammer schreiben sie diese Tätigkeiten aus. Erledigt werden sie von den sogenannten CrowdworkerInnen, die über solche Plattformen ihre Dienste anbieten.

Ausgehend von den USA und Indien hat diese Form digitaler Arbeit in den letzten Jahren auch in Europa Einzug gehalten. Dabei stellt sich die Frage, welche Vor- und Nachteile Crowdworking mit sich bringt und wie Unternehmen damit umgehen. Im Auftrag der Arbeiterkammer OÖ gingen Studierende des Studiengangs Kommunikation, Wissen, Medien diesen Fragen nach. Ein Semester lang erforschten sie im Rahmen ihres empirischen Praktikums das Phänomen Crowdworking.

Die Studierenden führten dazu qualitative Interviews mit 15 ExpertInnen aus unterschiedlichen Branchen. Diese machten deutlich, dass Crowdworking in oberösterreichischen Unternehmen noch kaum angekommen ist. Der Begriff wird sehr unterschiedlich verwendet. Hinsichtlich der wirtschaftlichen, rechtlichen und sozialen Spielregeln liegen noch keine klaren Vorstellungen vor. Dies gilt auch für die Anforderungen an CrowdworkerInnen. Einig sind sich die Befragten jedoch, dass nicht nur programmiertechnische Kompetenzen, sondern vielmehr auch Soft Skills wie Flexibilität, Offenheit und Neugierde wichtig sein werden.

Eine quantitative Befragung von 300 österreichischen CrowdworkerInnen zeigte, dass diese Arbeit hauptsächlich nebenberuflich und von Personen in Ausbildung ausgeübt wird. Die Möglichkeit, sich ein Zusatzeinkommen zu verdienen und zeitlich sowie örtlich unabhängig zu sein, sind wesentliche Beweggründe. Von Arbeitsbelastungen, wie Zeitdruck oder Unterbrechungen, berichten sie selten. Allerdings ist ihre Tätigkeit auch wenig vielfältig und lässt wenig Gestaltungspielraum. Die Arbeit beeinträchtigt daher nicht ihr Wohlbefinden, ist aber auch nur mäßig motivierend oder zufriedenstellend.

Diese und weitere Ergebnisse der Befragungen präsentierten die KWM Studierenden Ende Juni in der Arbeiterkammer in Linz. Neben hochrangigen Mitgliedern der AK Oberösterreich zeigten auch VertreterInnen und BetriebsrätInnen namhafter Firmen großes Interesse.

Das KWM Projektteam (Bild: Hofer)

KWM Studierende präsentieren ihre Ergebnisse (Bild: Hofer)

Talkrunde nach der Präsentation (Bild: Hofer)