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Innovative NFC-Forschung aus Hagenberg

Neue Fortschritte im Mobilkommunikations-bereich Near Field Communication


Ein 770.000 Euro-Projekt an der Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien lieferte bahnbrechende Erkenntnisse im Bereich Mobile Kommunikationstechnologie.

Im Zentrum der Forschung steht Near Field Communication (NFC) – die Technologie für drahtlose Datenübertragung, die das Handy der Zukunft bei Berühen eines Touchpoints in ein multifunktionales Gerät verwandeln kann, zum Beispiel in eine Geldbörse fürs Bezahlen von Konzerttickets oder Fahrscheinen, einen Schüssel für den Zutritt zu Räumen u.v.a.m.

Das Zwei-Jahres-Projekt “pureNFC” wurde unter der Leitung des FH-Research-Center in Hagenberg in Kooperation mit der TU Wien, Omnikey, NXP Semiconductors und mobilkom austria durchgeführt. Unterstützt wurde es vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und der Österreichische Forschungsförder-ungsgesellschaft (FFG) im Rahmen der FIT-IT-Initiative zur Förderung anspruchsvoller IT-Forschung.

Die Forschungsergebnisse wurden in insgesamt 24 Publikationen auf nationalen und internationalen Konferenzen veröffentlicht. Studenten aus Hagenbergs Studiengängen „Hardware-Software-Design“, „Embedded Systems Design“ und „Mobile Computing“  sowie Studierende aus Wien unterstützten die Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit 17 Bachelor- und Masterarbeiten. Hagenbergs innovative Forschung wurde bei internationalen Wettbewerben mit Preisen ausgezeichnet, etwa bei der SIMagine auf dem Mobile World Congress in Barcelona oder der NFC Forum Global Competition in Monaco.

Erste Testgeräte für Sicherheit und Schnelligkeit

Die Forschungsarbeit unter der Leitung von Dr. Josef Langer, Leiter des NFC Research Labs in Hagenberg, konzentrierte sich unter anderem auf Tests zur Festellung, ob NFC-Anwendungen wie das Bezahlen und der Datenaustausch über das Handy und andere mobile Endgeräte schnell und sicher ablaufen. "NFC-Geräte und Komponenten müssen eingehend getestet werden bevor sie in Serienproduktion gehen können", erklärt Dr. Langer.

Das Forscherteam in Hagenberg entwickelt eines der ersten verfügbaren Testgeräte zur Leistungsevaluierung von NFC-Chips mit der neuen SWP-Schnittstelle (Single Wire Protocol), die den direkten Datenaustausch zwischen Chip und Massenspeicherkarte im Handy beschleunigt und sicherer machen soll.

Die Forschungsresultate wurde vom NFC-Forum begrüßt, das die Vereinigung von Herstellern, Anwendungsentwicklern, Finanzeninstitutionen etc. zur Förderung von NFC ist und sich für die Entwicklung entsprechender Spezifikationen einsetzt, welche die Kompatibilität von Geräten und Dienstleistungen unterstützen.

Hagenberger Forscher integrierten außerdem NFC in ein offenes Smartphone, um die optimale Abstimmung zwischen Mobiltelefonsoftware und -hardware zu untersuchen. Sie entwickelten einen Testaufbau für die Durchführung von dreidimensionalen Feldmessungen, mit dem man feststellen kann, innerhalb welcher Reichweiten im Raum NFC-taugliche Mobiltelefone bzw. Endgeräte, Lesegeräte und Tags einander noch empfangen, so dass Daten ausgetauscht werden können.

International anerkannte Forschung

Die Forschungsergebnisse des “pureNFC”-Projekts haben der FH OÖ einen Platz im "Forum Nokia PRO University Program" gesichert, einer der Hagenberger Forscher wurde in den exklusiven Expertenkreis der “Nokia Champions“ aufgenommen.

In den Jahren 2008 and 2009 war Hagenbergs NFC Research Lab auch Veranstalter des NFC Kongresses mit hochkarätigen Vortragenden aus dem internationalen Hochschul- und Wirtschaftsbereich. Zusätzlich organisierten die FH OÖ-Forscher einen internationaler Wissenschaftsworkshop mit eigenem Publikationsband, herausgegeben vom IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers), dem weltweit führenden Fachverband zur Förderung von Technologien. Der Workshop fand heuer am 20. April in Monaco im Rahmen der WIMA 2010, der führenden internationalen Konferenz und Messe zu NFC, statt.