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FH-Student geht in Australien Sehstörungen auf den Grund

Philipp Hübner (Studiengang Hardware-Software-Design) entwickelt neues Reha-Gerät mit!

 


Menschen, die bei einer schnellen Kopfbewegung unter Seh- und Gleichgewichts-problemen leiden, kann bald besser geholfen werden. Ein „Hardware-Software-Design“ Student der FH Oberösterreich entwickelt derzeit in Australien mit einem internationalen Forscherteam eine neue Untersuchungs- und Therapiemethode.

Philipp Hübner hat Anfang April den FH-Campus Hagenberg verlassen, um sein Berufspraktikum am Neuroscience Research Institute Australia (NeuRa) in Sydney, dem größten neurowissenschaftlichen Forschungszentrums Australiens, zu absolvieren.

Der 23-Jährige arbeitet dort mit einem Team von Forschern an der Digitalisierung eines analogen Rehabilitationsgeräts, das so kleiner und handlicher sein und Ärzten wie Patienten eine einfachere Anwendung und gezieltere Therapie erlauben wird.

„Es trainiert einen Hirnstammreflex, der für die Ausgleichsbewegung der Augen sorgt, wenn wir selbst in Bewegung sind und einen Gegenstand betrachten möchten – also ermöglicht, dass wir etwa beim Joggen scharf sehen oder im Auto trotz Beschleunigung Zeitung lesen können“, erklärt der gebürtige Kärntner aus St. Veit an der Glan.

Krankheiten oder Unfälle können den Reflex in seiner Funktion einschränken. Er kann aber durch das neue Reha-Gerät mittels stufenweiser Stimulation wieder trainiert werden. Dieses Gerät misst die Rotationsbewegung des Kopfes mit Hilfe von drei Sensoren, die in einem Algorithmus fusionieren. Mit Hilfe der Messwerte wird dann ein großflächiges Laserstrahlmuster erzeugt, das der Patient beobachten soll.

Medizin und Technologie faszinieren Philipp Hübner schon seit seiner Jugend. Bereits während er die HTL für Elektrotechnik in Klagenfurt absolvierte, arbeitete er freiwillig beim Roten Kreuz als Sanitäter. Entschieden hat er sich schließlich für die Technik – das Studium Hardware-Software-Design in Hagenberg. Nun, im sechsten und letzten Semester seines Bachelors, hat der FH-Student die Gelegenheit genutzt, seine beiden Steckenpferde wieder miteinander zu verbinden – und das im fernen „Oz“.

„Es ist eine tolle Erfahrung, für ein solches Projekt mitverantwortlich zu sein und in Australien mit einem internationalen Forscherteam zu arbeiten“, sagt Hübner.

"Raumschiff ins All"

Seine Arbeit begeistert auch die Kollegen. „Wenn dein Land voll von Leuten wie du wäre, würde es bereits in Raumschiffen durchs All reisen“, sagt Dr. Americo Miggliaccio, der Entwickler des patentierten analogen Reha-Geräts, über seinen Praktikanten.

Ganz so weit ist es noch nicht, Hübner bleibt lieber bescheiden. Zunächst versucht er, auf dem digitalen Signalprozessor, den er für das Rehabilitationsgeräts verwendet, noch ein Echtzeitbetriebssystem zum Laufen zu bringen. So kann das Gerät in kurzer Zeit auf einen neuen Messwert reagieren, was besonders wichtig ist, weil der betreffende Reflex innerhalb weniger Millisekunden die Muskeln der Augen steuert.

Im Herbst kehrt der Student dann nach Hagenberg zurück, um seine Bachelorprüfung zu absolvieren und dann das Master-Studium „Embedded Systems Design“ zu starten. Danach strebt Hübner eine Forscherkarriere an, wenn möglich im Ausland. Den Grundstein dafür hat er in Sydney schon gelegt.

Philipp Hübner

Philipp Hübner, „Hardware-Software-Design“-Student in Hagenberg, forscht derzeit im Rahmen seines Berufspraktikums in Sydney und machte dabei auch Bekanntschaft mit einem Gold Coast Känguru (Bildquelle: FH OÖ/privat)