Campus HagenbergInformatik, Kommunikation, Medien

NewsDigital Arts

Gorilla Thrilla: Ein Masterprojekt mit drei der Top-Kabarettisten Österreichs

Eine der wichtigsten Zutaten für eine gelungene Character-Animation sind professionelle Synchronsprecher. Doch wie findet man die? Das Studierenden-Team hinter „Gorilla Thrilla“ – Doris Blätterbinder, Jens Cherukad und Sabrina Kainz – haben gleich „ganz oben“ nachgefragt und Josef Hader, Robert Palfrader und Rudi Roubinek für ihr Masterprojekt gewinnen können! Im Interview erzählen Sie mehr darüber:


Wie ist die Projektidee entstanden?

Die Grundidee vom autofahrenden Gorilla stand für uns von Anfang an fest. Wir fanden das Bild vom großen Gorilla, eingezwängt in ein kleines Auto, interessant. Unserem weiteren Brainstorming lag also immer diese Ausgangsidee zugrunde. Es war auch immer ein Gorilla, ein anderes Tier stand nie zur Diskussion. Nachdem wir erst eine andere Story verfolgt hatten, kam dann über den Sommer die Idee auf, unseren Plot mit Elementen aus dem Film Noir zu verbinden. Aus den ursprünglich vorgesehenen Hamstern wurden Erdmännchen, der Schauplatz wurde das nächtliche Wien und der einsame Taxifahrer Georg Silbermann gerät durch das Belauschen des Gesprächs seiner Taxigäste in eine Konfliktsituation, in der er sich entscheiden muss ob er eingreifen soll.

Wie kamt ihr darauf, prominente Synchronsprecher für euer Projekt zu engagieren?

Da unsere Handlung im Wien der 60er Jahre stattfindet, sollten unsere Charaktere auch Wiener Dialekt sprechen. Da es unsere Absicht war, die Menschen aufgrund der skurrilen Situation zum Schmunzeln zu bringen, kamen wir schnell auf österreichische Kabarettisten. Josef Hader war für uns die perfekte Besetzung für unseren anfangs sehr ruhigen, schwermütigen Gorilla. Bei Robert Palfrader und Rudi Roubinek waren wir uns sicher, dass sie unsere beiden Erdmännchen ideal verkörpern würden. Wir haben jedenfalls nicht damit gerechnet, ausgerechnet unsere Idealbesetzung für unseren Film begeistern zu können. Nach dem Motto: „Wir haben nichts zu verlieren!“, haben wir es einfach probiert und mit Pitch und Animatic bei den Managements angefragt.

Wie lief die Kontaktaufnahme mit den Synchronsprechern ab?

Von Josef Haders Agentin erhielten wir eine Absage, da Anfang des Jahres sein Film „Wilde Maus“ in den Kinos angelaufen war und er aufgrund der Promotiontour bereits sehr viele Termine hatte. Umso überraschter waren wir, als wir am nächsten Morgen eine Mail von Herrn Hader erhielten, in der er uns mitteilte, dass ihm unser Film gefiel und uns einen Termin vorschlug, an dem er sich Zeit für uns nehmen konnte. Besonders überrascht waren wir jedoch eines Tages, als wir einen Anruf von Robert Palfrader persönlich erhielten. In seiner lockeren Art scherzte er mit uns und schlug einen Termin vor. Von Herrn Roubineks Agentin erhielten wir daraufhin auch eine Zusage. So konnten wir einen gemeinsamen Termin koodinieren, um den Dialog aufzunehmen.

Wie war es, mit Josef Hader und Co im Studio zu sein?

Die beiden Termine mit Hader und Palfrader/Roubinek waren auf jeden Fall sehr verschieden, aber beide lustig und spannend. Ganz ohne Fauxpas lief unser erster Aufnahmetermin mit Herrn Palfrader und Herrn Roubinek aber leider nicht ab. Über Benjamin Swiczinsky, der uns ja im ersten Semester unterrichtet hatte, erhielten wir die Kontaktdaten von Alexander Zlamal, der in Wien ein Tonstudio besitzt. Zu unserem großen Glück durften wir in seinem Studio unsere Aufnahmen durchführen.

Alex hatte uns vorab gebeten, mit unseren Sprechern abzuklären, ob diese eine Katzenhaarallergie hätten. In dem ganzen Trubel um die Terminabsprachen haben wir dann letztendlich leider vergessen, bei Herrn Palfrader und Herrn Roubinek nach zufragen. Um in den Aufnahmeraum zu gelangen, musste man durch den Wohnbereich gehen. Als Rudi Roubinek in der Früh zu den Aufnahmen kam, sah er bereits im Eingangsbereich eine der Katzen und suchte sofort in seiner Tasche nach seinen Allergietabletten. Leider hatte er diese genau an diesem Tag vergessen. Aus diesem Grund mussten die Aufnahmen daraufhin sehr schnell gehen, was dem eingespielten Team nicht schwer fiel. Sie verstanden die Charaktere sofort und konnten sich schnell in sie hineinversetzen.

Wir ließen ihnen außerdem die Freiheit, den Text im eigenen Dialekt zu sprechen; einige Phrasen, Ausdrücke aber auch Lacher haben die beiden also selbst ad aptiert. Sie waren äußerst professionell und sehr humorvolle und sympathische Menschen und scherzten neben den Aufnahmen. Der Termin mit Josef Hader lief zum Glück komplikationsfrei ab. Er nahm sich die Zeit, viele Versionen des Monologes einzusprechen. Ein Lacher von Josef Hader bei unserem Film war wirklich das größte Lob für uns. Wir sind sehr glücklich, dass wir so professionelle Sprecher für unser Projekt begeistern konnten.

Gab es auch inhaltliche Anregungen von den Synchronsprechern?

Von Josef Hader kam der Wunsch den Monolog sitzend einzusprechen, um so ein besseres Gefühl für die Figur zu bekommen. Die Sprecher adaptierten einige Wörter und so veränderte sich auch die Ausdrucksweise – aus „ahnen“ wurde etwa das Wort „gspahnen“, aus dem Schimpfwort „Bazi“ wurde auf Anregung von Robert Palfrader „Koffer“. Euer Résumé? Es war für uns eine große Ehre, solche Profis und einzigartigen Persönlichkeiten für unseren Film gewonnen zu haben, mit ihnen zu arbeiten und sie so auch persönlich kennenzulernen. Schwierig war es – bis auf unsere Aufregung und die Terminabsprachen im Vorfeld – aber absolut nicht.

Und hier geht's zum Trailer von "Gorilla Thrilla" - jetzt ansehen!

Szene aus Gorilla Thrilla

Josef Hader

Doris Blätterbinder, Jens Cherukad und Sabrina Kainz mit Robert Palfrader und Rudi Roubinek