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VDI-Preis für Absolvent

Roman Schacherl wurde für seine Master-Arbeit zum Thema "Microsoft Surface in der Therapie von Kindern mit Lernschwäche" zweifach ausgezeichnet.


Der Verein Deutscher Ingenieure (VDI), die größte Vereinigung von Ingenieuren und Naturwissenschaftlern in Deutschland, zeichnete Ende November in München 16 Studierende aus Österreich und Bayern für ihre hervorragenden Diplomarbeiten aus. Zu den Preisträgern zählte Roman Schacherl, Absolvent des FH-Masterstudiums Software Engineering in Hagenberg. Für seine Master-Arbeit zum Thema "Microsoft Surface in der Therapie von Kindern mit Lernschwäche" durfte er zusätzlich noch den Extrapreis für den "größten Beitrag zur Gesellschaft" entgegen nehmen.

Roman Schacherl MSc setzt sich in seiner prämierten Diplomarbeit mit der Problematik auseinander, dass der Computer zwar für Therapeuten ein wichtiges Werkzeug in der Arbeit mit Patienten ist, aber dabei oft angreifbarer Objekte nicht eingebunden sind, die ein wesentliches Element vieler therapeutischer Übungen darstellen.

Der nun mehr Lehrender an der FH in Hagenberg entwickelte die Software fun.tast.tisch, durch die er aufzeigt, wie durch den Einsatz von interaktiven Multi-Touch-Tisches Microsoft Surface komplett neue Therapie-Möglichkeiten angeboten werden können. In Zusammenarbeit mit Experten der Firma Lifetool und Therapeuten entstand ein Prototyp, der Module für die Therapie von Kindern mit Lernschwächen bereitstellt. In seiner Diplomarbeit werden verschiedene Anwendungsszenarien des Einsatzes von Microsoft Surface und fun.tast.tisch in diesem Therapiezusammenhang beschrieben und beurteilt.

So kann nun beispielsweise eine Fähigkeit überprüft werden, die Kinder üblicherweise im Alter von 6-7 Jahren erlangen: das Hineinversetzen in andere Sichtweisen. In die Mitte des Tisches werden Bausteine gestellt, auf vier Bildern wird in Echtzeit die eigene Ansicht, sowie die Ansicht einer links, einer rechts, und einer gegenüber sitzenden Person visualisiert. Die Aufgabe besteht nun darin, sich in sein Gegenüber hineinzuversetzen und das jeweilige Bild an die richtige Position zu schieben.

Roman Schacherl zeigt so auf innovative Art und Weise, wie ein „Computer der Zukunft“ als Unterstützung in der Therapie eingesetzt und der Tastsinn in die computerunterstützte Therapie integriert werden kann. Gesellschaftlich benachteiligten Menschen, wie zum Beispiel Kindern mit mentaler Behinderung oder auch Erwachsenen nach erworbenen Hirnschäden, wird durch fun.tast.tisch eine weitere Möglichkeit der gezielten Förderung geboten, und für einige Zielgruppen eröffnet die Arbeit mit Microsoft Surface erstmals einen Zugang zum Computer.

Mehr dazu:Presseaussendung "Software aus Hagenberg zeigt neue Wege in der Therapie von lernschwachen Kindern auf"

v.l.n.r. Josef Altmann, Roman Schacherl, Bernd-Robert Höhn

Roman Schacherl (Mitte) mit seinem Diplomarbeitsbetreuer Mag. Dr. Josef Altmann (links) und Dr.-Ing. Bernd-Robert Höhn, dem Vorstandsvorsitzender des VDI-Bezirksvereins München (Foto: FH OÖ)

Schacherls Software fun.tast.tisch in Verbindung mit dem interaktiven Multi-Touch-Tisch Microsoft Surface zeigt völlig neue Therapiemethoden für Kinder mit Lernschwäche auf (Foto: R. Schacherl)