Campus HagenbergInformatik, Kommunikation, Medien

Vorwissen, Ablauf des Studiums

Q: Kann ich nach dem Mobile Computing Studium nur Apps programmieren?

A: Ein klares Nein. Mobile Computing ist so strukturiert, dass Sie einerseits eine fundierte Informatikausbildung erhalten, andererseits aber auch die spannende Welt der mobilen Geräte und Anwendungen eintauchen können. Die App-Programmierung ist ein wichtiger Bestandteil des Curriculums, aber eine moderne App kann nie alleinstehend funktionieren, sondern verbindet viele Disziplinen und Technologien, die im umliegenden Ökosystem vorkommen. Es erfordert sehr viele unterschiedliche Kenntnisse, wenn man ein mobiles System, eine mobile Anwendung konzipiert, implementiert und in den Markt bringen möchte.

 

Q: Ich habe gesehen, dass auch in anderen Studiengängen Apps programmiert werden. Wäre es da nicht gleich besser ein anderes Studium zu wählen?

A: Aufgrund der interdisziplinären Natur der Informationstechnologie gibt es einige Überschneidungen zwischen den verschiedenen Studiengängen. So gibt es auch im Mobile Computing Studium Fächer, die ebenso in anderen Studienrichtungen angeboten werden. Letztendlich stellt sich die Frage, mit welchem Teilgebiet man sich hauptsächlich auseinandersetzen möchte. Ob man etwas studieren möchte, dass etwas „auch“ macht aber eigentlich einen völlig anderen Fokus hat, oder ob man etwas studiert, dass sich detailliert mit einer Materie auseinandersetzt. Wer die Welt der mobilen Systeme und Anwendungen beherrschen und viele verschiedene Technologien kennenlernen möchte, ist bei Mobile Computing mit Sicherheit bestens aufgehoben. Meistens hilft auch ein Blick auf die Titel der angebotenen Lehrveranstaltungen.

 

Q: Welche Programmiersprachen lerne ich?

A: Im Studium wird eine Vielzahl von aktuellen und gefragten Programmiersprachen und Technologien behandelt. Derzeit werden dabei hauptsächlich Java, C, C++, Swift und Kotlin gelehrt. Weitere Programmiersprachen, wie z.B. Python, werden in Wahlfächern angeboten.

 

Q: Ich interessiere mich zwar für Hardware, möchte aber selbst keinen Chip entwerfen. Wie tiefgehend ist die Hardwareausbildung in MC?

A: Die Grundbausteine des Mobile Computings sind mobile Hardware und Software sowie mobile Kommunikationstechnologien. Der einfache Laufcomputer, das Navigationssystem im Auto, die smarte Jacke, in der Bedienelemente integriert sind (Wearable Computing), intelligente Küchengeräte, also viele Systeme, die unter dem Fachbegriff „Internet-of-Things“ zusammengefasst werden können, sind Anwendungsbeispiele des Mobile Computings. Aus diesem Grund ist auch die Auseinandersetzung mit Hardware sehr wichtig, wobei wir uns darauf beschränken, dass ein Grundverständnis im Bereich analoge und digitale Elektronik sowie im Bereich der Softwareentwicklung für Microcontroller (Hardwarenahe Programmierung) vermittelt wird. Vordergründig werden im Studium Module (Adruino, Rasbperry, etc.) verwendet, die es dann zu integrieren gilt. Wenn jemand wirklich integrierte Schaltkreise (Chips) entwickeln möchte, so ist sicherlich Hardware-/Software-Design das passendere Studium.

 

Q: Mich interessiert auch der Businessbereich? Gibt es hierzu ein Angebot bei MC?

A: Die Selbstständigkeit liegt in der DNA von Mobile Computing, zahlreich bestätigt durch die tollen unternehmerischen Erfolge unserer Absolvent*Innen. Der Studienplan enthält verschiedenste Kurse zu diesem Thema, beginnend bei Selbst- und Projektorganisation bis hin zu Startup-Recht und Einblicke ins Management. Zusätzlich können die eigenen Vorstellungen in den Semesterprojekten umgesetzt werden, wodurch unter adrem die Projektorganisation geschult wird und sich eventuell ein Pfad zur Selbstständigkeit ergeben kann. Das Netzwerk aus erfolgreichen Absolvent*Innen kann hierbei noch erweiternde Unterstützung in Form von Erfahrung gewährleisten.

 

Q: Im Studium kommen mehrere Projekte vor, was kann ich mir darunter vorstellen? Geht es dabei nur um das Programmieren?

A: Pro Semester wird üblicherweise ein Projekt in Eigenregie (mit der Unterstützung eines Mentors oder Professors) durchgeführt. So ein Projekt kann dabei viele verschiedene Formen annehmen, wobei es nicht zwingend nur ums Programmieren gehen muss. Es können sowohl eigene Ideen, wie auch Vorschläge von anderen (Forschung, Firmen, etc.) bearbeitet werden.

Aufgrund des Studienschwerpunkts ist ein Fokus auf IT natürlich naheliegend. In größeren Projektteams kann man sich aber intern so koordinieren, dass jede und jeder Studierende die eigenen Stärken ausspielen kann.

Die Projekte erlauben viel Freiraum und erlauben sehr individuelle Spezialisierungen. Diejenigen, die bereits Programmierkenntnisse mitbringen können diese ebenso vertiefen, wie diejenigen, die eben erst mit dem Programmieren begonnen haben.

Für den Projektbetrieb stehen auch spezialisierte Laboreinrichtungen zur Verfügung. Sei es ein umfassend ausgestattetes MakerLab (3D-Druck, 3D-Scan, CNC-Fräse, Nähmaschine, …), ein Sport-Lab, ein AudioLab, ein SmartEnergy-Lab etc. zur Verfügung.

 

Q: Gibt es an der FH Anwesenheitspflicht (bzw. mehr Anwesenheitspflicht als an der Uni)?

A: An der FH gilt eine 80%ige Anwesenheitspflicht für praktische Einheiten wie Übungen oder Laboreinheiten, da diese immanent beurteilt werden. Vorlesungen besitzen keine Anwesenheitspflicht (auch wenn es meist besser ist, diese trotzdem zu besuchen).

 

Q: Ist das Studium in Hagenberg wirklich so schwer, wie man immer zu hören bekommt?

A: Die Ausbildung an der FH in Hagenberg ist trotz der Praxisorientierung durchaus umfangreich und detailliert. Allerdings sind die Module des Studienplans genau aufeinander abgestimmt, um sowohl den strukturierten Lernprozess so ideal wie möglich zu gestalten als auch den notwendigen Aufwand in den einzelnen Semestern überschaubar zu halten. Jedes Jahr erhalten nahezu alle Studierenden ihren Abschluss, was ein gutes Indiz dafür ist, dass das Studium zu schaffen ist. Die Voraussetzungen sind lediglich die eigene Motivation und das Interesse für die Informationstechnologie. Ist diese vorhanden, steht einem erfolgreichen Bachelor- und/oder Masterabschluss absolut nichts entgegen.

 

Q: Brauche ich einen neuen teuren Laptop/Computer?

A: Nein, ein älteres Gerät reicht vollkommen. Die Leistung der handelsüblichen Computer ist mittlerweile so gut geworden, dass man damit locker allen Anforderungen der im Studium eingesetzten Software gerecht werden kann. Wenn ein aktuelles Betriebssystem akzeptabel am eigenen Rechner läuft, braucht man sich definitiv keine Sorgen machen. Sollte man dennoch Probleme mit der privat verfügbaren Hardware haben, können gerne auch Geräte von der FH ausgeliehen werden.

 

Q: Nach meiner Matura muss ich noch den Präsenz- bzw. den Zivildienst absolvieren. Gibt es eine Möglichkeit, dass ich danach in das zweite Semester einsteige?

A: Bringt man ausreichend Kenntnisse in den Bereichen Java-Programmierung, Betriebssysteme/Rechnerarchitektur und Netzwerktechnik mit, so ist ein Einstieg in das zweite Semester möglich.

Internationalisierung

Q: Ich habe gesehen, dass einige Fächer in Englisch unterrichtet werden. Warum gibt es keine eigene Englisch-Lehrveranstaltung?

A: Englisch ist die Arbeitssprache der Informationstechnologie und somit werden gewisse Kurse in dieser Sprache angeboten. Ein übliches Niveau von der vorangegangen Schullaufbahn reicht hierbei vollkommen zum Verfolgen und Verstehen des Lehrinhalts. Bei Problemen können Inhalte selbstverständlich noch in Deutsch nachbesprochen werden. Nebenbei werden aber auch regelmäßig freiwillige Sprachkurse an der FH angeboten, die man nach Belieben belegen kann, um weitere Fremdsprachen zu erlernen.

 

Q: Kann ich das Berufspraktikum auch im Ausland absolvieren?

A: Ja! Diese Möglichkeit wird von vielen unserer Studierenden genutzt und das Feedback ist stets positiv. Ein Auslandspraktikum (ähnlich dem Auslandssemester) ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, andere Kulturen und Arbeitsweisen kennenzulernen. Weiters bietet so ein Auslandsaufenthalt generell einen ausgezeichneten Nährboden für zukünftige berufliche und freundschaftliche Beziehungen ins Ausland.

 

Q: Ich würde gerne ein Auslandssemester absolvieren. Ist das überhaupt möglich?

A: Ein Auslandssemester – hier sprechen wir von einem Semester, das an einer ausländischen Universität absolviert wird – ist selbstverständlich möglich. Viele unserer Studierenden haben diese Möglichkeit in der Vergangenheit genutzt und sind mit tollen Erfahrungswerten zurückgekommen. Unser International Office ist dabei die erste Anlaufstelle und bietet Unterstützung bei der Auswahl und Durchführung. Die FH pflegt viele Beziehungen zu Partnerunis im Ausland, sodass ein vereinfachter Austausch, so gut wie weltweit, möglich ist.

Vorkenntnisse

Q: Ich habe noch nie programmiert. Kann ich da dem Unterricht überhaupt folgen?

A: Der Studienplan setzt grundsätzlich keine Programmierkenntnisse voraus. Das Studium beginnt im ersten Jahr mit den Grundlagen der Softwareentwicklung und erfordert abgesehen vom Interesse am Thema keine besondere Vorbereitung. Durch die vielen praktischen Übungen kann man das erworbene Wissen vertiefen und festigen.

 

Q:  Ich habe eine facheinschlägige HTL besucht. Kann ich da überhaupt noch etwas lernen?

A: Die Ausbildung in einer HTL bietet eine solide Grundlage für eine Karriere in der Informationstechnologie, ist jedoch nicht mit einem Studium zu vergleichen. Im Studium kann man sich vertiefend in Themengebieten spezialisieren, um noch mehr über die äußert breit aufgestellte Welt der Software & Hardware zu erfahren. Zusätzlich befindet sich die digitale Welt stetig im Wandel und ein Studium eignet sich hervorragend, um die vorherrschenden Trends zu identifizieren und sich mit einem guten Verständnis der Materie für die Zukunft vorzubereiten.

 

Q: Ich war auf einer Schule ohne Schwerpunkt auf Mathematik, kann ich das Studium trotzdem schaffen?

A: Ja, absolut. Eine solide Basis für logisches Denken wird im ersten Semester von Grund auf gelehrt, was bedeutet, dass kein besonderes Vorwissen nötig ist. Viele Studierende, die beispielsweise aus einer AHS, einer BHs oder über eine Studienberechtigungsprüfung bzw. dem FH-Studienbefähigungslehrgang aus einer Fachschule oder einem erlernten Beruf kommen, haben das Studium erfolgreich absolviert. Was wirklich zählt ist der Spaß an der Sache.

 

Q: Gewisse Inhalte des MC-Studiums habe ich schon während meiner Schulzeit gehört. Kann ich mir hier etwas anrechnen lassen?

A: Ja, die Anrechnung von bereits gelernten Inhalten ist möglich und wird auch regelmäßig wahrgenommen. Besonders im ersten Jahr werden grundlegende Themen behandelt, von denen man sich bei ausreichendem Vorwissen befreien lassen kann. Die Entscheidung über die Freistellung von einer Lehrveranstaltung liegt dabei beim Lehrveranstaltungsleiter oder der Lehrveranstaltungsleiterin und der Studiengangsleitung.

Unterschiede zwischen Studienrichtungen

Q: Worin besteht der Unterschied zwischen einem Studium in Hagenberg und einem Informatik-Studium an der Uni?

A: Da das Mobile Computing Studium im Kontext einer Fachhochschule gelehrt wird, ergibt sich ein erhöhter Praxisbezug, der auf einer Universität weniger stark ausgeprägt ist. Die Vielzahl an begleitenden praktischen Übungen, Projekten, das verpflichtende Berufspraktikum wie auch die persönliche Betreuung in Klein- und Kleinstgruppen bringen die Studierenden auf ein Niveau, das für die Wirtschaft äußerst interessant ist. Darüber hinaus werden einige Lehrveranstaltungen auch von Expert*innen aus der Wirtschaft bestritten. So können bereits sehr frühzeitig Kontakte geknüpft werden.

 

Q: Worin besteht der Unterschied zwischen Software Engineering und Mobile Computing?

A: Beide Studienrichtungen zeichnen sich dadurch aus, dass die Absolvent*innen eine sehr umfassende Softwarentwicklungs- und Programmierausbildung genossen haben. Die Unterschiede liegen vielmehr in den weiteren Spezialisierungen. Während bei Software Engineering verstärkt die „großen“ Softwarelösungen im Enterprise-Kontext (ERP, SAP, Amazon etc.)  im Fokus stehen, liegt der Schwerpunkt im Mobile Computing Studium eher auf den mobilen und vernetzten Anwendungen.

Wichtige Themen sind dabei die Mobilkommunikation (WiFi, Bluetooth, LTE, …), tragbare Rechensysteme (Smartphones, Microcontroller, Wearables, IoT, …), Benutzerschnittstellen (Apps, Smart Textiles, …) und der generelle „Maker Spirit“ wo in Eigenregie Ideen umgesetzt werden können.

 

Q: Worin besteht der Unterschied zwischen Hardware-Software-Design und Mobile Computing?

A: Der Schwerpunkt bei Hardware-Software-Design liegt, wie die Bezeichnung des Studiengangs bereits suggeriert, in der Entwicklung von Hardware (Chips, Platinen) und der zur Verfügungstellung von hardwarenaher Software (Schnittstellen), sodass diese Systeme unkompliziert in übergeordneten Lösungen integriert werden können. Im Mobile Computing Studium wird die Ebene darüber, also die Integration von Hardware in Gesamtlösungen gelehrt. Dazu bedient man sich der Schnittstellen, die zur Verfügung gestellt werden. Bestes Beispiel wäre die derzeit so beliebten „Bastelcomputer“ wie Raspberry oder Adruino. Im Mobile Computing Studium lernt man nicht, wie man die entsprechende Hardware entwickelt – man erhält zwar einen Einblick in die prinzipielle Funktionsweise, mehr aber auch nicht – sondern man nutzt die bestehende Hardware um darauf aufbauend Lösungen zu generieren, für die dann eventuell Cloudanbindungen, ein Backend und Apps benötigt werden.

Wohnmöglichkeiten

Q: Wo kann ich in Hagenberg wohnen?

A: Es gibt viele Möglichkeiten, während der Studienzeit oder darüber hinaus in Hagenberg zu wohnen. Beliebte Optionen sind das Studentenheim, der „Compact Campus“, das „Internethaus“ oder die „Teichhäuser“. Zusätzlich gibt es Wohnungsangebote verteilt über ganz Hagenberg oder in den umliegenden Ortschaften Pregarten und Wartberg ob der Aist. Eine weitere Möglichkeit ist es von Linz einzupendeln.

Nach dem Studium

Q: Bringt mir ein Bachelorstudium überhaupt was, oder bin ich gezwungen auch ein Masterstudium zu machen?

A: Ein Studium zahlt sich bei Interesse am Thema nahezu immer aus! Ein Masterstudium nach dem Bachelorstudium ist jedoch nicht zwingend notwendig. Viele unserer Absolvent*Innen sind bereits nach dem Bachelorabschluss in die Privatwirtschaft oder Selbstständigkeit gegangen. Das Masterstudium vermittelt im Gegensatz zum Bachelorstudium noch einmal detailliertere Inhalte zu besonderen Spezialisierungen und wirkt sich später im Kollektivvertrag durch den erhöhten Verdienst aus aber vor allem durch ein Mehr an Wissen aus.

 

Q: Welche weiterführenden Masterstudien sind mir nach einem MC Studium möglich?

A: Der Mobile Computing Master bietet sich nach dem Bachelor hervorragend an, um sich noch weiter in die Materie zu vertiefen. Allerdings bietet das Bachelorstudium Mobile Computing ein sehr breites und fundiertes IT Studium, welches Dir erlaubt auch auf die meisten anderen Masterstudien mit Fokus auf IT umschwenken, ob in Hagenberg, an einer Universität oder im Ausland - der Bachelorabschluss ist hinsichtlich des Europäischen Qualifikationsrahmens gleichwertig zu dem einer Universität.

 

Q: Welche Berufsfelder stehen mir mit einem MC Studium offen?

A: Der IT Sektor zeichnet sich seit Jahren durch einen hohen Bedarf an Mitarbeitern aus. Grundsätzlich kann nach einem Mobile Computing Studium nahezu jede Richtung eingeschlagen werden, sofern diese nicht eine übermäßige Nischen-Spezialisierung erfordert. Dieser Umstand wird durch die zum Teil sehr unterschiedlichen Karrieren unserer Absolvent*Innen bestätigt.