Campus HagenbergInformatik, Kommunikation, Medien

Was ist Mobile Computing?

Mobile Computing mit ein paar wenigen Worten beschreiben zu wollen ist nicht wirklich möglich – zu breit sind die Anwendungsbereiche und Technologien, aber auch die Möglichkeiten und Potentiale, die in diesen beiden Worten stecken. Somit kann auch die nachfolgende Darstellung nur eine Skizze dessen sein, welche Möglichkeiten Ihnen dieses Studium bietet.

Mobile Computing == Handy?

Würde man Mobile Computing nur auf das Handy beschränken, so wäre das eine zu reduzierte Betrachtungsweise. Damit Handys funktionieren, benötigt man eine relativ umfassende und durchaus komplexe Infrastruktur, die eine Vielzahl unterschiedlicher Services zur Verfügung stellen muss. Während in den Frühzeiten der Mobilkommunikation ausschließlich Sprachdienste abgewickelt wurden, liegen die Schwerpunkte heute bei innovativen und schnellen Datendiensten, die den Menschen eine erhöhte Mobilität aber auch neuartige Services garantieren. Diese, für viele unsichtbare Infrastruktur, garantiert mit alle Ihren Möglichkeiten eine rasante wirtschaftliche Weiterentwicklung, deren Anfänge wir gerade miterleben dürfen.

Die Grundbausteine des Mobile Computings sind mobile Hardware und Software sowie mobile Kommunikationstechnologien. Der einfache Laufcomputer, das Navigationssystem im Auto, die smarte Jacke, in der Bedienelemente integriert sind (Wearable Computing), intelligente Küchengeräte, also viele Systeme, die unter dem Fachbegriff „Internet-of-Things“ zusammengefasst werden können, sind Anwendungsbeispiele des Mobile Computings.

Die neue Dimension der Kreativität!

Wenngleich Kreativität häufig nur mit dem audiovisuellen Bereich in Verbindung gebracht wird, stellt Mobile Computing das Paradebeispiel für kreatives Denken dar. Fast täglich kommen neue Komponenten und Technologien auf den Markt, die es zu verknüpfen gilt, mit denen völlig neue Anwendungen und Services realisiert werden können. Mobile Computing ist dabei nicht nur auf den Bereich Software fokussiert. Vielmehr muss ein Gesamtverständnis über die beteiligten Technologien (Hardware, Software, Kommunikation) aber auch über das gesellschaftliche Umfeld vorhanden sein.  Für mobile Geräte gibt es im Gegensatz zum PC keine örtlichen Beschränkungen! Damit können sie überall dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden und rücken damit den Menschen und seine Bedürfnisse wieder in den  Vordergrund. Das Design hochfunktionaler Benutzerschnittstellen ist somit von besonderer Bedeutung, entscheiden doch sie häufig über Erfolg bzw. Misserfolg einer neuen Geschäftsidee.

Kreative Ideen müssen aber auch erprobt werden. Und gerade im Mobile Computing Umfeld ist nicht nur die Software von essentieller Bedeutung. Es geht auch darum, wie sich ein neues Gerät anfühlt, wie es in der Hand liegt und wie es bedient werden kann. Aus diesem Grund wurde am Department ein eigenes MakersLab eingerichtet, das nicht nur einen 3D-Drucker, eine CNC-Fräse, einen Elektronikarbeitsplatz, sondern auch eine smarte Nähmaschine beinhaltet. Ebenso gibt es eine eigene Lehrveranstaltung, die sich mit dem 3D-Design von Geräten, wie auch mit Smarten Textilien auseinandersetzt.

Neue Geschäftsmodelle

Die Mobilfunkbranche, aber auch Firmen wie Apple und Google – um hier nur einige zu nennen – haben viele etablierte Geschäftsmodelle über Board geworfen und völlig neue etabliert. Kostengünstige oder sogar kostenlose Handys haben zu einer massiven Marktdurchdringung mit mobilen Endgeräten geführt, was wiederum den Erfolg der App-Stores erst möglich machte.

Über App-Stores können selbst erstellte Anwendungen einfach und schnell einer großen Benutzergruppe angeboten werden. Dabei sind die Preise, die für eine Anwendung verlangt werden, meist sehr gering – vielfach werden gerade einmal ein oder zwei Euro verlangt -, sodass die Hemmschwelle für den Ankauf möglichst niedrig ist. Wenn nun der Ankauf gerade mal über zwei Klicks erledigt ist, so kann man gerade bei pfiffigen Ideen mit einem schönen Einkommen rechnen. Und das, ohne dass man sich selbst über den Vertrieb Gedanken gemacht hat. 

Wie groß das Potential dieser Infrastruktur ist, zeigt sich an den Erfolgen von Social Media Plattformen wie Facebook, Instagram, WhatsApp, TikTok oder Streaming Diensten wie Spotify, Tidal und Netflix oder aber völlig neunen Diensten wie Uber oder Airbnb. Ohne Handys und App-Stores wären diese Geschäftsideen nicht umsetzbar gewesen.

Softwareentwicklung und mobile Betriebssysteme

Mobile Computing hat sehr viel mit Software zu tun und somit ist es unser primäres Ziel umfassende Programmierkenntnisse zu vermitteln. Java, C++ und C gehören zu jenen Programmiersprachen, die im Rahmen der Ausbildung gelehrt werden. In Wahlfächern können darüber hinaus Sprachen wie Python und R oder aber auch Web-Development vertieft werden.

Obwohl, wie oben bereits dargestellt, Handys nicht das alleinige Betätigungsfeld darstellen, so stellen sie dennoch einen wichtigen Faktor dar. Dies spiegelt sich vor allem darin wider, dass im Mobile Computing Studium alle wichtigen mobilen Betriebssysteme, wie z.B. Android/Kotlin und iOS/Swift  gelehrt werden und dass diese immer sehr aktuell an die Gegebenheiten angepasst werden. So wurden in der Vergangenheit auch Symbian, Blackberry OS, BADA, Windows Mobile etc. unterrichtet.

Neben der Programmierung werden aber auch die Methoden der Software-Entwicklung gelehrt. Beginnend bei der Anforderungsanalyse bis hin zur formalisierten Beschreibung von Systemen. Praktische Anwendung findet das Gelernte bereits ab dem zweiten Semester.

Mit diesem Gesamtpaket können Sie nicht nur in der mobilen Welt glänzen, sondern auch jede beliebige andere Software-Applikation in Angriff nehmen.

Hardware

Wenngleich die Entwicklung von Hardware im Mobile Computing Studium nicht gelehrt wird – hierfür gibt es am Standort Hagenberg andere Studiengänge – so ist es doch immer wieder erforderlich Hardware auf Modulebene zu integrieren, weshalb hierfür ganz spezifische Lehrveranstaltungen angeboten werden. Gerade im Bereich der ubiquitären Systeme gilt es kleine Controller (Prozessoren) und Sensoren über verschiedene (mobile) Kommunikationsnetze zu verknüpfen. Sei es die Anwendung im Sport, wo über Sensoren Vital- bzw. Bewegungsdaten (Herzfrequenz, Trittfrequenz etc.) gemessen werden oder aber das intelligente Haus der Zukunft, bei dem sich z.B. die Lichtstimmung, die Musik oder aber die Temperatur an die eigene Stimmung anpasst. Um derartige Systeme umsetzen zu können wird ein grundlegendes Verständnis für diese Technologien aufgebaut. Dies umfasst die intensive Auseinandersetzung mit Elektronik, Display-, Akku- und Antennentechnologien wie auch die Programmierung von Embedded Devices.

Mobilkommunikation

Um wirklich mobil sein zu können, muss es möglich sein, unterschiedlichste Dienste zu jeder beliebigen Zeit und an jeden beliebigen Ort nutzen zu können. Wenngleich diese Anforderung leider noch nicht zur Gänze realisiert werden kann, so sind wir doch am besten Wege dorthin. Für die Programmierer*innen bedeutet dies, dass sie nicht nur über ausgezeichnete Programmierkenntnisse verfügen müssen, sondern dass sie auch die Funktionsweise unterschiedlicher Kommunikationsstandards und Protokolle exzellent beherrschen müssen. Diese Kenntnisse beschränken sich dabei nicht nur auf die kabelgebundenen Standards, sondern vor allem die funkbasierenden Verfahren, wie z.B. GSM, GPRS, UMTS, LTE, 5G, WLAN, Bluetooth, ZigBee etc. müssen in Ihrer Funktionsweise verstanden werden. Nur so können hochfunktionale und performante Anwendungen entwickelt werden.

Internationalität

Nicht nur durch die Mobilkommunikation selbst wird ein globales Netzwerk aufgespannt. Auch viele Firmen, die im Bereich des Mobile Computings aktiv sind, agieren international. Um bestmöglich für den späteren Berufsalltag gerüstet zu sein, werden ab dem zweiten Semester alle Wahlfächer in Englisch unterrichtet. Darüber hinaus haben Sie im 5. und/oder 6. Semester die Möglichkeit im Ausland zu studieren bzw. zu arbeiten (Berufspraktikum). Damit ist Ihnen ein perfekter Einstieg in den Berufsalltag garantiert und Ihr Einsatzgebiet beschränkt sich nicht nur auf die nächste Großstadt.