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Hybride E-Klausuren - Der Pandemie ein Schnippchen schlagen

Während der Pandemie hat sich Online-Unterricht als Alternative zum Präsenzunterricht etabliert. Es hat sich aber auch gezeigt, dass Lernen einen sozialen Aspekt hat, der nur im Präsenzunterricht voll zur Geltung kommt. Daraus ist ein hybrides Lehrformat entstanden, das es Studierenden ermöglicht, von zu Hause über MS Teams mit Video- und Tonübertragung am Unterricht teilzunehmen. Was ist jedoch, wenn ausgerechnet bei einem Zwischentest der Lehrende zu Hause bleiben muss? Funktionieren auch Leistungsüberprüfungen im hybriden Format? Unsere Antwort bei Medientechnik & Design ist ja, wenn man die nötigen Voraussetzungen schafft.


Warum soll man eine Prüfung durchführen, wenn der Lehrende zu Hause bleiben muss?

  1. Wenn die Studierenden sich für einen bestimmten Zeitpunkt auf eine Wissensüberprüfung vorbereiten, sollte diese auch zu diesem Zeitpunkt stattfinden. Denn auch bei guter Vorbereitung vergisst man in ein, zwei Wochen einiges wieder und muss das Wissen nochmals auffrischen.
  2. Innerhalb eines Semesters ist es in einer Lehrveranstaltung nicht völlig egal, wann und in welcher Reihenfolge Lehreinheiten abgehalten werden. An etlichen Stellen ist der Stoff aufbauend und eventuell auch auf begleitende und parallele Lehrveranstaltungen abgestimmt. Den geplanten Ablauf einzuhalten ist also erstrebenswert, da nicht nur die Lehreinheiten der betroffenen Lehrveranstaltung sich nach hinten verschieben müssten.
  3. Einfach von Präsenz auf online umzusteigen ist, wenn grundsätzlich Präsenzunterricht stattfindet, nicht möglich. Die Studierenden besuchen in 4 Gruppen parallel 4 verschiedene Lehrveranstaltungen und müssen für die 3 restlichen vor Ort sein. Bleibt als Lösung also nur hybrid mit dem Lehrenden zu Hause.

Wir haben das gestern Donnerstag durchgezogen, weil wir es können. Am Ende eines anstrengenden Klausurtages blieb das schöne Gefühl, dass man - wenn alle zusammenstehen - der Pandemie ein Schippchen schlagen kann. Wir sind MTD. Ein gutes Gefühl in schwierigen Zeiten. Und danke an die IT Hagenberg und das TOP Lehre Team, sowie die Studierenden, deren Unterstützung das möglich gemacht hat.

Kann man bei einer hybriden E-Klausur sicher stellen, dass alles mit rechten Dingen zugeht?

Unsere Antwort bei Medientechnik & Design ist ja, wenn man die nötigen Voraussetzungen schafft. Das Setup möchten wir hier kurz beschreiben.

  1. Viele Labors  und Hörsäle sind bereits mit einer Webcam, die den Raum aufnimmt und einem Raummikrophon ausgestattet, bzw. kann die IT Hagenberg ein mobiles Set in Labors bereitstellen, die nicht dauerhaft auf dieses Hybridformat ausgelegt sind.
  2. Für das Umsetzen von E-Klausuren, die auch online funktionieren, wenn die Studierenden zu Hause sind, haben wir bereits einen Modus erarbeitet, der funktioniert.

Fehlt nur noch das Element der Lehrende ist zu Hause, die meisten Studierenden sind in Präsenz.

  1. Die Studierenden haben den entsprechenden Rechner im Labor eingeschaltet und das Video- und Audiosignal über MS Teams gestreamt, sodass der Lehrende von zu Hause alle Studierenden im Blick hat und auch hören kann.
  2. Die Studierenden haben mir über eine Handy- bzw. Laptop-Kamera gezeigt, dass sich niemand hinter der Kamera im Labor befindet. Die Tür habe ich danach im Blick, bzw. höre, wenn sie geöffnet wird.
  3. Die Klausur ist nur für jene Studierenden sichtbar, die sie aktuell schreiben müssen/dürfen.

Wie gestalten wir die Klausuren?

  1. Dank TOP Lehre Team der FHOOE haben wir die Gelegenheit uns ständig zu Klausurformaten und speziell zu E-Klausuren weiterzubilden.
  2. Wir setzen für E-Klausuren, die online stattfinden auf Klausurfragen, die in Richtung "open book" gehen (Alle Unterlagen erlaubt). Was remote genau passiert, kann man schon vom Prinzip her nicht zu 100% in den Griff bekommen.
  3. Wir konzentrieren uns auf die Faktoren, die wir steuern können und im Griff haben.
  4. Fragen zielen großteils auf Verständnis.
  5. Unterschiedliche Fragetypen, je nach Stoffgebiet. (Drag&Drop auf Text/Bild, MTF, Freitext, Zuordnungsfragen, ...)
  6. Fragen kommen aus Pools, in denen alle Fragen gleich schwer sind.
  7. Bei der Klausur wird jedem Studierenden pro Pool zufällig eine Frage für dessen Klausur zugeordnet.
  8. Die Reihenfolge der Pools innerhalb jeder Klausur wird zufällig generiert.
  9. Die Antwortreihenfolgen werden ebenfalls zufällig gemischt.
  10. Grundprinzip X * Y = ? - Die Frage bleibt die gleiche, die Zahlen variiieren. So kann man viele, unterschiedliche, gleich schwere Fragen in einem Pool bereitstellen.
  11. Knappes Zeitfenster, damit die Zeit in der man in Versuchung kommt kurz ist.
  12. Anzahl der Fragenpools ist größer als die Anzahl der Fragen, die zur Klausur kommen, damit man auch inhaltich rasch variieren kann.
  13. Eventuell nicht in allen Gruppen die exakt gleichen Pools nehmen.
  14. Gute Vorbereitung, damit das knappe Zeitfenster nicht zum Nervositätstreiber wird.
  15. und das ergibt auch: Wer den Stoff kann, sieht von Haus wenig Not sich Infos am falschen Weg zu beschaffen.
  16. Der Stolz ist größer, wenn man die Klausur selbst geschrieben hat. Sonst hat man nur dem Lehrenden ein Schnippchen geschlagen.

Wir schlagen es lieber der Pandemie und entwickeln mit dem Wissen, das wir bei Medientechnik & Design im Studiengang haben neue digitale Lehr-, Lern- und Klausurformate. Testen sie und entwickeln sie laufend weiter, um sie an neue Erkenntnisse anzupassen.

 

Ansicht in MS Teams während der Klausur

Ansicht in MS Teams während der Klausur

Sicht auf das Labor nach der Klausur

Sicht auf das Labor nach der Klausur. Keiner hinter der Laborkamera.