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Studierende untersuchten Chancen und Herausforderungen der digitalen Lehre

Was sind Herausforderungen und Chancen der Fernlehre im Hochschulkontext? Dieser Frage widmeten sich Studierende des KWM-Bachelorstudiums in ihrem empirischen Praktikum. Inmitten des Corona-Lockdowns gewannen sie durch Interviews und eine Online-Umfrage Einblick in diese Zeit der digitalen Fernlehre.


Die COVID-19 Pandemie brachte für Hochschulen in Österreich viele Einschränkungen, doch gerade in Bezug auf digitale Lehre ergaben sich durchaus auch Chancen. Welche Bedeutung die völlige Umstellung auf Online-Lehre für Studierende und Lehrende hatte und welche Erfahrungen sie damit machten, haben zwei Studierendengruppen des Bachelorstudiengangs Kommunikation, Wissen, Medien in Kooperation mit Mag. Dr. Gisela Schutti-Pfeil des Zentrums für Hochschuldidaktik an der FH Oberösterreich erforscht.

Im Rahmen ihres empirischen Praktikums im vierten Semester führten sie sowohl eine qualitative als auch eine quantitative Befragung durch. Von der Formulierung der Fragestellung, der Auseinandersetzung mit bestehender Forschung, über die Entwicklung der Erhebungsinstrumente, die Datensammlung und -analyse bis hin zur Berichtlegung durchliefen die Studierenden den gesamten Forschungsprozess. Begleitet wurden Sie dabei von Mag. Dr. Rami und Mag. Dr. Kovacs.

In der qualitativen Studie wurden Online-Interviews mit 32 Studierenden und Lehrenden der Fachhochschule OÖ und der Johannes Keppler Universität Linz geführt. In der quantitativen Studie wurden mithilfe eines standardisierten Online-Fragebogens 420 Studierende österreichischer Fachhochschulen befragt.

Die quantitativen Ergebnisse zeigten, dass Studierende die zeitgleiche synchrone Fernlehre – wie etwa online Web-Konferenzen – gegenüber der zeitversetzten asynchronen Fernlehre deutlich bevorzugten. Diese empfanden sie trotz höherer Anforderungen auch als interessanter und sozial interaktiver im Vergleich zu zeitversetzten online Lernen. Dennoch erkannten sie durchaus auch Vorteile in der zeitunabhängigen online Lehre, wie zum Beispiel flexibleres und eigenständigeres Lernen.

Wie die qualitativen Interviews zeigten, stellte die soziale Interaktion nicht nur aus Sicht der Studierenden, sondern auch für Lehrende eine große Herausforderung dar. So wurde das häufige Wegfallen von nonverbaler Kommunikation und niederschwelligen Gelegenheiten zum informellen Austausch von beiden Gruppen als schwierig empfunden. Gleichzeitig schätzten beide Gruppen die vielen neuen Impulse, welche durch die online Lehre gesetzt wurden, zum Beispiel hinsichtlich technischer Tools aber auch in Bezug auf selbstgesteuertes Lernen.

Aus beiden Befragungen ging hervor, dass die Fernlehre unbestreitbare Vorteile hat, Präsenzlehre aber nicht vollständig ersetzen kann. So empfehlen sich gut abgestimmte Mischkonzepte als sinnvoller Weg, auch „nach Corona“ die jeweiligen Stärken von online- und offline Lehre nutzen zu können.

Für die Studierenden war das Projekt sowohl herausfordernd als auch spannend. Sie lernten dabei nicht nur Methoden empirischer Sozialforschung anzuwenden, sondern konnten auch ihre Erfahrungen im Bereich Projektmanagement erweitern und bekamen Einblicke in die Erfahrungen von Studierenden und Lehrenden mit Online-Lehre in der Covid-19 Krise.

Der Umstieg auf Online-Lehre brachte für alle neue Erfahrung (Foto: Freepik)