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Von Hagenberg nach Chicago

Benedict Bleimschein entschied sich neben seinem Job für ein Studium an der FH OÖ. Mittlerweile lebt er in den USA – und ist Vice President Customer Success bei Mindbreeze.


Wenn Mindbreeze Gründer und CEO Daniel Fallmann über seinen neuen Vice President (VP) Customer Success Benedict Bleimschein spricht, gerät er ins Schwärmen: „Sein beeindruckender Ausbildungsweg und sein bisheriger Werdegang haben uns begeistert. Er hat genau jene Motivation laufend Neues zu lernen und sich nie mit dem Status Quo zufrieden zu geben, die auch uns antreibt,“ sagt Fallmann über den FH OÖ-Absolventen.

Tatsächlich hat Bleimschein, der für den Aufbau des US Office des Linzer Softwareunternehmens zuständig ist und dafür im Oktober 2018 von Oberösterreich nach Chicago gezogen ist, einen spannenden Lebenslauf vorzuweisen.

Geboren in Linz, wuchs Bleimschein in Gunskirchen bei Wels auf. Nach dem Besuch des Gymnasiums Dr. Schauerstraße und der HAK 1 mit IT-Management Schwerpunkt in Wels entschied er sich für das Bachelorstudium Medientechnik und -design am FH OÖ Campus Hagenberg. Gleich im Anschluss absolvierte er das Vollzeit-Masterstudium Digital Arts und danach den berufsbegleitenden Master Information Engineering und -Management, beide ebenfalls in Hagenberg.

Im Interview erzählt Bleimschein über seine Motivation, neben dem Job – damals noch als Product Manager bei Runtastic – zu studieren sowie Herausforderungen und Ambitionen:

Wieso hast du dich ursprünglich für ein Studium in Hagenberg entschieden?

Bleimschein: Zum Einen ist mir die persönliche Beziehung zu den Vortragenden sehr wichtig. Man ist keine Nummer, wie auf manchen Unis, sondern man begrüßt sich mit dem Vornamen. Das Soziale wird leider oft unterschätzt, ist für mich aber von unschätzbarem Wert. Zum Anderen mag ich die Lage von Hagenberg. Ich bin ein Mühlviertel-Fan, da man hier Radfahren, Wandern und Laufen gehen kann. Außerdem ist man mit dem Auto in 30 Minuten in Linz.

Was war für dich der Grund, ein berufsbegleitendes Studium zu beginnen?

Mein Hauptmotiv war, am Arbeitsmarkt flexibel agieren zu können. Das gibt einem nicht nur finanzielle Sicherheit, sondern auch ein gewisses Maß an Selbstbewusstsein, welches bei der Jobsuche von Vorteil ist.

Was hat dir das berufsbegleitende Studium Information Engineering und -Management gebracht?

Für mich persönlich lag der größte Vorteil darin, ein Grundverständnis über viele unterschiedliche Themen zu bekommen, welche gerade im IT Umfeld relevant sind bzw. es gerade werden. Das breite Wissen bietet meiner Meinung nach den Vorteil, dass man am Arbeitsmarkt relativ flexibel agieren kann. In meinem Job ist es von Vorteil, dass man z.B. ein Verständnis von ISO Standards und Projektmanagement hat, aber auch mit den Kunden über neue Technologien wie NLP (Natural Language Processing) oder Object Recognition diskutieren kann.

Wie war es für dich berufsbegleitend zu studieren? Welche Erfahrungen hast du dabei gemacht?

Man sollte sich im Klaren sein, dass berufsbegleitendes Studieren mit einigen Opfern verbunden ist. Ich habe damals nebenbei noch 40 Stunden pro Woche gearbeitet, was mir einiges an Selbstdisziplin abverlangt hat. Alles in allem war es aber eine sehr lehrreiche Zeit, aus der ich Vieles auch abseits der Studieninhalte mitnehmen konnte.

Wie hast du die Doppelbelastung Studium und Beruf gemeistert?

Ich denke es ist wichtig, die richtige Balance zwischen Arbeit, Lernen und Freizeit zu finden. Für mich persönlich war es wichtig, regelmäßig körperlichen Ausgleich zu finden und trotzdem Zeit mit meinen Freunden zu verbringen.

Wurdest du auch von deinem damaligen Arbeitgeber Runtastic unterstützt?

Ich denke, ohne die Unterstützung von Runtastic hätte ich das berufsbegleitende Studium nur schwer nebenbei bewältigen können. Mir wurde sehr viel Verständnis entgegengebracht und ich konnte meine Masterarbeit in Kooperation mit meinem Vorgesetzten ausarbeiten.

Warum hast du dich für einen Wechsel von Österreich in die USA entschieden? War das ein Traum von dir?

Ja, es war definitiv ein Ziel von mir, noch ein paar Jahre Auslandserfahrung zu sammeln. Dass es möglich wäre, in den USA zu arbeiten, hätte ich in Zeiten wie diesen ehrlich gesagt nicht erwartet. Daniel Fallmann und das Mindbreeze Team machen es mir wirklich leicht, mich hier einzufinden. Das Umfeld und die Unterstützung sind großartig. Da ist mir die Entscheidung nicht schwer gefallen.

Was ist Mindbreeze und was macht du ?

Mindbreeze entwickelt eine sogenannte Enterprise Search App. Man kann sich das vorstellen, wie Google für unternehmensinterne Dokumente. Unser Ziel ist es, den Datenberg, der sich in jedem Unternehmen anhäuft, jedem Mitarbeiter nutzbar zu machen. Kurz gesagt helfen wir Unternehmen dabei zu wissen was sie eigentlich wüssten. Meine Aufgabe ist es, mit den Kunden zu erarbeiten, wie sie das Beste aus dem Produkt herausholen können. Außerdem bin ich offizieller Lead von Mindbreeze in den USA.

Du bist jetzt einige Monate in den U.S.A. Wie gefällt es dir und was findest du besonders interessant im Vergleich zu Österreich?

Zum Einen sind die USA ein Land der Kontraste: Man geht hier bei Multi-Milliarden Konzernen hinein und beim Herausgehen begegnen einem am Gehsteig Menschen, die von der sprichwörtlichen Hand im Mund leben müssen und keinerlei soziale Absicherung genießen. Da können wir in Österreich sehr dankbar für unser Sozialsystem sein. Zum Anderen sind es genau diese Konzerne, die das Arbeiten hier so spannend machen. Zu den Kunden von Mindbreeze zählen, unter anderem, einige Fortune 500 Unternehmen. Die Erfahrungen, die man in der Zusammenarbeit mit diesen sammeln kann, sind einfach unbezahlbar. 

Benedict Bleimschein hat in Hagenberg zunächst den Bachelor Medientechnik und -design absolviert, dann Digital Arts und berufsbegleitend Information Engineering und -Management studiert. Foto: Andreas Atzlinger