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Neues Handy-Email aus Hagenberg macht „Blackberry“ Konkurrenz

Die Hagenberger Erfindung gewinnt den Innovationspreis der weltweit größten Messe für Mobilfunktechnologie und -kommunikation


Ein Forscherteam der FH OÖ Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien erhielt dieser Tage den Innovationspreis der weltweit größten Messe für Mobilfunktechnologie und -kommunikation. Mit einer ausgeklügelten Anwendung zeigten die Hagenberger Forscher, wie man jedes Handy sofort, billig und sicher Email-tauglich machen kann. Die dem "Blackberry" ähnliche, neue Entwicklung von Dominik Brandlberger und Gerald Madlmayr, beide aus Oberösterreich, überzeugte die Expertenjury beim Mobile World Congress in Barcelona und schlug die globale Konkurrenz aus dem Feld.

Mit der „SIMail“ genannte Anwendung an einem Prototyp setzt Hagenberg Mitte Februar seinen Siegeszug beim SIMagine-Wettbewerb fort. Auch beim Kongress im Vorjahr kürten die Top-Player der Telekommunikationsbranche - Gemalto, Samsung und SUN Microsystems - bereits Forscher und Studierende des auf Mobil-kommunikation spezialisierten FH-Studiengangs „Mobile Computing“ zum Sieger. „Ein beachtenswerter Erfolg für uns“, freut sich Studiengangsleiter Christoph Schaffer für sein Team.

Vom Prototyp zum Verkaufshit

Das Preisgeld für „SIMail“ kommt seinen Entwicklern DI (FH) Gerald Madlmayr (28) aus Goldwörth und Dominik Brandlberger BSc (25) aus Scharnstein gerade recht. „Schließlich wollen wir aus der Anwendung schnell ein finales Produkt machen“, sagen die beiden Erfinder. SIMail gibt es also vielleicht schon bald im Handy-Shop um die Ecke, wenn es nach Forscher Madlmayr und Brandlberger, der derzeit noch Master-Student am Studiengang „Mobile Computing ist, geht.

Für Madlmayr steht auf jeden Fall bereits eines jetzt fest: es gibt einen neuen bahnbrechenden Trend im Bereich Mobile Computing. „Neben Google-Handy und iPhone steht uns jetzt eine ganz neue Dimension von Anwendungen bevor, die SIM-Karten-Technologie nützt“, prophezeit der wissenschaftlicher Mitarbeiter am Hagenbergs NFC Research Lab. Und er sollte es wissen, wurde er doch der Anfang Februar auch von Nokia zum „Guru“ für NFC (Near Field Communication) gekürt. 

In Kombination mit NFC, eine Technologie zur Datenübertragung durch Berührung, würden sich, so Madlmayr, damit komplett neue Anwendungsszenarien und Geschäftsmodelle ergeben – wie eben „SIMail“, ein „Push-Mail“-Lösung, bei der die SIM-Karte als Plattform für die Email-Anwendung genutzt wird.

Geschützt vor Hackern

„Eine ‚Push-Mail’-Funktion gab es bisher nur bei teuren High-End Business-Handys“, erklärt Brandlberger. „Durch „SIMail“ kann man diese Funktion nun auf jedem beliebigen Handy einfach und günstig etwa per Download übers Telefon installiert und dann jederzeit nutzen.“ Und nicht nur das: Dadurch, dass diese Email-Anwendungen auf der SIM-Karte ablaufen, sind Informationen nicht nur bestens gegenüber Hackern geschützt, die Anwendung und Emails wandern auch beim Wechsel des Endgeräts auf das neu Telefon mit, wobei zusätzlicher Konfigurationsaufwand ebenfalls entfällt.

"SIMail" beim NFC Congress

„Made in Hagenberg“ gilt übrigens für viele Innovationen in der Mobilkommunikationsbranche. Begutachten und testen kann man „SIMail“ und weitere Anwendungen, die Unternehmen mit der Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien der FH OÖ entwickelt haben, in Kürze beim NFC Congress (24.-26. Februar) am Campus Hagenberg.

Bereits am Mobile World Congress in Barcelona wurden auch folgende Produkte präsentiert: ein Spezial-Handy für ältere Personen, das in Kooperation zwischen dem FH-Studiengang „Mobile Computing“ und dem Handyhersteller Emporia entstanden ist, sowie ein NFC-Handy-Testsystem, das Hagenbergs NFC Research Lab mit dem Messgeräte-Hersteller Comprion aus Paderborn konzipiert hat.

Gerald Madlmayr und Dominik Brandlberger mit ihrem Preis

Für ihre Anwendung, die jedes Handy zum „Blackberry“ macht, erhielten Gerald Madlmayr (rechts) und Dominik Brandlberger von der FH in Hagenberg den Innovationspreis beim Mobile World Congress in Barcelona