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Neue Forschungskooperation mit Microsoft Research

In dem Programm „Microsoft Productivity Research“ vergab Microsoft erstmals insgesamt eine Million USD an verschiedene Forschungsvorhaben mit internationalen Partnern. Thomas Neumayr und Mirjam Augstein (KWM) von der Hagenberger Forschungsgruppe PEEC gelang es, mit ihrem Projekt zu überzeugen – als einzige Universität außerhalb der USA.


Zum ersten Mal legte Microsoft ein Förderprogramm („Microsoft Productivity Research“) auf, das auf den Aufbau einer nachhaltigen Zusammenarbeit mit internationalen Kooperationspartnern abzielt und Forschungsvorhaben unterstützt, die den Begriff Produktivität neu denken. Laut der Vision von Microsoft reicht es künftig nicht mehr aus, lediglich Tools herzustellen, die Menschen helfen schneller, effizienter und besser organisiert zu sein. Es ist vielmehr notwendig, dass Menschen künftig ihre alltäglichen Probleme auf neue Art bewältigen können. In einer Welt mit immer flexibleren Arbeits-Modellen, etwa Home-Office und global verteilten Teams spielt das Thema Kollaboration eine große Rolle. Dieser Trend wird aktuell verstärkt durch die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Krise im beruflichen, aber auch im privaten Umfeld. Microsoft beschäftigt sich seit vielen Jahren maßgeblich mit diesem Thema (Microsoft Teams, Skype, Office 365, u.v.m.). Der enorme Stellenwert, den Microsoft dieser Thematik beimisst, wird in einem aktuellen Blogeintrag zum Thema „Effective remote work“ verdeutlicht (mit konkreter Erwähnung der Hagenberger Beteiligung am Ende des Beitrags).

Um zukünftige Tools zu entwickeln, die an dieser Stelle ansetzen, ist es in einem ersten Schritt notwendig, dass wir die Art der Zusammenarbeit von Menschen beschreiben können. Basierend auf den Vorarbeiten im Dissertationsvorhaben von Thomas Neumayr, die bei der ACM CSCW 2018 veröffentlicht wurden, soll das dort eingeführte Framework nun weiter verfeinert werden. Es ist zunächst eine 18-monatige Zusammenarbeit des Teams (bestehend aus Johannes Schönböck (Kommunikation, Wissen, Medien (KWM)), Werner Kurschl (Human-Centered Computing) und Thomas Neumayr (KWM)), unter der Leitung von Mirjam Augstein (KWM) zum Thema „Supporting Hybrid Collaboration for the Teams of Tomorrow“ im Kontext der Forschungsgruppe PEEC (Personalized Environments and Collaborative Systems) mit dem Hauptansprechpartner Sean Rintel von Microsoft Research Cambridge (UK) geplant. Ein Prototyp wird konzipiert und erstellt, der eine genauere Analyse der verwendeten Arbeitsstile ermöglicht. Es fanden bereits mehrere Gespräche mit Expert*innen von Microsoft statt, wie – teils experimentelle – Microsoft-Technologie in den Prototyp integriert werden kann. Bei den ersten Aktivitäten in diesem Umfeld unterstützt das Team ein Praktikant aus Belgien, der ein tiefergehendes Interesse an Themen wie Künstlicher Intelligenz oder Machine Learning mitbringt. Eine eingehende Benutzerstudie soll im Anschluss dabei helfen, das Framework auf das nächste Level zu heben und somit den Grundstein für Support-Maßnahmen in den Tools von Morgen zu legen.

Es gab bereits zahlreiche Gespräche mit Koryphäen von Microsoft Research, die besonders interessiert an den Hagenberger Ansätzen sind und die das Projekt aus wissenschaftlicher Sicht begleiten werden. Die Highlights neben einigen anderen waren die Video-Konferenzen mit Bill Buxton und John C. Tang.

Für das zweite Quartal 2020 ist ein aufgrund der Reisebeschränkungen online abgehaltener Kick-Off-Workshop geplant, zu dem auch namhafte Wissenschaftler*innen von Microsoft Research eingeladen werden. Für den Sommer 2021 ist ein gemeinsamer Abschlussworkshop bei Microsoft in Redmond geplant, bei dem die internationalen Partner ihre Erkenntnisse vorstellen.

Eine erste Benutzerstudie mit 22 Teams ging Anfang des Jahres in Graz (KF Uni) und Hagenberg über die Bühne. (Bild: Neumayr)