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Highways to hell - nicht mit Automotive Computing

344 Menschen starben 2020 auf Österreichs Straßen. Die EU will die Zahl der Verkehrstoten bis 2050 auf null reduzieren. Eine Mission, die mit Automotive Computing realisierbar ist.


Im Corona-Jahr 2020 sind in unserer Republik insgesamt 38.074 Personen im Straßenverkehr verunglückt, davon 344 tödlich, während 30.670 leicht- bis schwer verletzt wurden. Heuer waren bis Mitte Juli bereits weitere 170 Verkehrstote zu beklagen.

Auch wenn diese Zahlen seit 2012 leicht gesunken sind, ist jeder Verkehrsunfall mit viel Leid verbunden und der EU geht es zu langsam. Sie hat einen Aktionsplan für die Sicherheit von Fahrzeugen und Infrastrukturen verabschiedet und 2019 die “Vision Zero”, null Verkehrstote bis 2050, ausgerufen.

Mit den Mitgliedstaaten und im Bereich der Straßenverkehrssicherheit tätigen Verbänden will man “für die EU-Bürger*innen das Sicherheitsniveau gewährleisten, das sie sich wünschen und verdienen,” so Violeta Bulc, EU-Kommissarin für Verkehr. Ein Ziel, das auch die FH OÖ-Fakultät Hagenberg in Lehre und Forschung verfolgt.

Mission Impossible?

Kein einfaches Unterfangen, vor allem weil nicht angepasste Fahrgeschwindigkeit (in Österreich 31,8 %) und Unachtsamkeit bzw. Ablenkung (20,9 %) als Hauptursache der tödlichen Verkehrsunfälle gelten. Doch Hagenbergs FH-Professor*innen arbeiten bereits an Lösungen! Sie erforschen, wie das Fahren mit Hilfe der IT sicherer - und umweltschonender(!) - werden kann. Und sie haben zu diesem überlebenswichtigen Thema 2018 ein Bachelorstudium ins Leben gerufen: Automotive Computing.

“Wir beschäftigen uns u. a. mit der Vernetzung von Fahrzeugen und der Infrastruktur sowie der optimalen Kombination von automatisiertem Fahren und dem Menschen am Steuer”, sagt Studiengangsleiter Gerald Ostermayer. “Denn verbesserte Kommunikation sowie professionell entwickelte Software und Algorithmen helfen enorm dabei, das Fahrverhalten zu verbessern und frühzeitig auf Gefahrensituationen sowie Staus hinzuweisen.”

Sicher und nachhaltig fahren

Es sei wie beim Autopilot im Flugzeug und anderswo eingebauten Frühwarnsystemen, die etwa vor einem Motorausfall warnen. Schon allein zur richtigen Zeit zu beschleunigen und bremsen, würde den Verkehrsfluss verbessern, das Unfallrisiko reduzieren und weniger Emissionen freisetzen.

Auch den Faktor Mensch lassen Ostermayer und seine Forschungsgruppe Nemo (Networks & Mobility) nicht außer Acht. Etwa Emails am Handy während der Fahrt zu checken, ist (strafbare) Realität - doch wie wäre es möglich, das zu tun, während das Auto steuert, ohne dass eine Gefahrensituation eintritt und so dass der*die Fahrende im Notfall jederzeit das Steuer übernehmen kann?

Weitere spannende Themen, die in der Forschung wie im Studium im Fokus stehen, sind die optimale Routenplanung und Stromversorgung für Elektrofahrzeuge, Car-Sharing, intelligente Parkraumbewirtschaftung sowie Verkehrskonzepte für Flugtaxis und Drohnen. “Schließlich geht es darum, mobil zu bleiben - ohne dabei der Umwelt, sich und anderen zu schaden”, bringt es Ostermayer auf den Punkt.

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Dr. Gerald Ostermayr leitet den Studiengang Automotive Computing.

Car Crash Traffic Accident: Paramedics and Firefighters Plan Rescuing Passengers Trapped in Rollover Vehicle. Medics Prepare Stretchers and First Aid Equipment. Firemen Use Hydraulic Cutters Spreader

Bessere Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Infrastruktur sowie professionell entwickelte Software helfen nicht nur dabei, Gefahrensituationen frühzeitig zu erkennen. Bildquelle: iStock/metamorworks

Digital transformation concept. Binary code.

Bildquelle: iStock/metamorworks