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Evolutionssprung für den Software Engineering Master in Hagenberg

Einen Blick in die Zukunft ganz ohne Kristallkugel, sondern durch die Verquickung künstlicher Intelligenz mit anderen industrierelevanten Disziplinen, bietet die FH Oberösterreich nun verstärkt im Rahmen ihres Masterstudium Software Engineering am Campus Hagenberg. Details dazu können Interessierte auch beim Online Infotalk am 2. September erfahren.


„Wir passen den Studienplan des Masters laufend aktuellen Themen an, um unseren Studierenden spannende Möglichkeiten zur Vertiefung und individuellen Schwerpunktsetzung zu bieten“, sagt Studiengangsleiter Dr. Michael Affenzeller. „Die neueste Aktualisierung dreht sich um Prescriptive Analytics, welche als Schnittmengenthema aus Data Science, Machine Learning, Optimierung, Simulation und Operations-Research enormes Potenzial zum Transfer der in der digitalen Welt gewonnenen Erkenntnisse in die echte Welt hat.“

Was es mit Prescriptive Analytics auf sich hat, bringt der FH-Professor so auf den Punkt: „Das ist, kurz gesagt, der IT-unterstützte Blick in die Zukunft für Handlungsempfehlungen in der Gegenwart – vor allem, aber nicht nur, zum Nutzen der Industrie.“ Die Verquickung mathematischer und simulationsbasierter Modelle mit künstlicher Intelligenz soll zum Beispiel Lagerungs- und Produktionsprozesse verbessern. „Man könnte es auch Industrial AI nennen“, meint Affenzeller.

KI-Methoden in Verbindung mit Simulation und Data Science finden aber auch in anderen Bereichen vielfältige Anwendung: zum Beispiel in der Bilderkennung, Übersetzungssystemen, der Genom-Sequenzierung, dem Auffinden von verborgenen Beziehungsmustern zwischen Waren- und Kundenprofilen usw.

„Wir beschäftigen uns im Master deswegen zum Beispiel mit evolutionären Algorithmen, Data Mining, Data Warehousing, Business Intelligence, Big Data Analytics, interaktiver Visualisierung, Agentensystemen, Modellierung und Simulation sowie Predictive Analytics und eben Prescriptive Analytics“, erklärt der FH-Professor.  

Thema ist auch sogenanntes Reinforcement Learning, wo mittels KI gute Lösungsansätze bestärkt bzw. schlechte ausgeschieden werden und interpretierbare KI, die nachvollziehbare Erklärungen dafür liefern soll, wie aus einem bestimmten Datensatz eine bestimmte Schlussfolgerung gezogen wurde.

Im Wahlpflichtfach können Studierenden ihr Wissen zusätzlich in aktuellen Trendthemen erweitern – „etwa in Quantum Computing, Echtzeitsystemen, Bildverarbeitung oder eben auch in KI-Bereichen, konkret Deep Learning und Neuronale Netze“, so Affenzeller.

Verstärkung für die Lehre in den beiden letztgenannten Bereichen bekommt der Studiengangsleiter mit Herbst durch einen nationalen und internationalen Experten auf diesem Gebiet, den Lehrenden und Forscher Dr. Ulrich Bodenhofer. Dann übernimmt der ehemalige JKU-Assistenzprofessor mit Industrie-Erfahrung die neue KI-Professur am FH OÖ Campus Hagenberg.

Durch die Studienplan-Anpassungen wird der Bereich Künstliche Intelligenz im Master Software Engineering in einer Breite abgedeckt, die nur an ganz wenigen Hochschulen geboten wird. Studierende können ganze 70 der insgesamt 120 für den Abschluss zu erreichenden ECTS im KI-Bereich absolvieren – 40 davon im Rahmen von Lehrveranstaltungen, 30 im Rahmen der Masterarbeit, sofern hier der Wunsch besteht, diese zu einem KI-Thema zu schreiben.

Als Experte zur Abschlussarbeitsbetreuung in diesem Bereich steht am Campus Hagenberg nicht nur Affenzeller zur Verfügung. Viele seiner Kolleg*innen sind in KI-Teilbereichen tätig und forschen dazu im Rahmen verschiedenster Forschungsprojekte. Die prominentesten Beispiele dieser Projekte laufen in Affenzellers Forschungsgruppe HEAL (Heuristic and Evolutionary Algorithms Laboratory) und den Campus-eigenen Josef Ressel Zentren für Symbolische Regression (SymReg) und für adaptive Optimierung in dynamischen Umgebungen (AdaptOp).

Durch die Verankerung von Prescriptive Analytics als Schwerpunkt in vielen Forschungsinstituten und Unternehmen des Softwareparks Hagenberg, dessen wissenschaftlicher Leiter Affenzeller ist, ergeben sich zudem für Software Engineering Studierenden bzw. Absolvent*innen spannende weitere Karrieremöglichkeiten. 

Mehr Infos zum Master Software Engineering und seine Vertiefungsmöglichkeiten in KI und anderen Bereichen gibt es im Rahmen eines Online Infotalks via MS Teams am Mittwoch 2. September um 17 Uhr. Details dazu unter www.fh-ooe.at/se-maundwww.fh-ooe.at/webinare-hagenberg. Eine Bewerbung für den Studienstart im Herbst ist noch bis 15.9. möglich!

Spannende neue Möglichkeiten bieten sich für Software Engineering Masterstudierende in Hagenberg durch die Verquickung von künstlicher Intelligenz mit anderen industrierelevanten Disziplinen, die Studiengangsleiter Dr. Michael Affenzeller (am Foto) ins aktualisierte Curriculum hat einfließen lassen. (c) FH OÖ/A. Groisböck