
Bildtext: Die fachgerechte Versorgung älterer Menschen erfordert persönliches Engagement und durchdachte Konzepte - Bildquelle: Fotolia (Abdruck kostenpflichtig)

Bildtext: Die fachgerechte Versorgung älterer Menschen erfordert persönliches Engagement und durchdachte Konzepte - Bildquelle: Fotolia (Abdruck kostenpflichtig)
Ein Rettungswagen bringt einen alten Menschen aus dem Altenheim zur Akutversorgung ins Krankenhaus. Pflegekräfte versuchen hastig, wichtige Pflegeinformationen für den Patienten zusammenzustellen - das ist mühsamer Alltag in ganz Europa. Die Ergebnisse des im Bezirk Grieskirchen durchgeführten interdisziplinären Forschungsprojektes „e-Care“ sorgen dafür, dass die wichtigen Informationen über den Patienten noch vor dem Krankenwagen im Spital eintreffen.
Mitte 2008 schlossen sich das Alten- und Pflegeheim Marienheim der Franziskanerinnen von Vöcklabruck in Gallspach und das Krankenhaus Grieskirchen im Pilotprojekt „e-Care“ zusammen. Mit Unterstützung der Welser IT-Firma x-tention GmbH und Forschungsmitarbeiterinnen der FH Oberösterreich sollte eine neue Lösung für den Austausch von Pflegeinformationen entwickelt werden. Unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Markus Lehner von der Fakultät für Gesundheit und Soziales der FH Oberösterreich in Linz wurden dazu sozialwissenschaftliche Analysen, pflegerische Erfahrung und das IT-Know-how der Hagenberger FH-Fakultät für Information, Kommunikation und Medien zusammengeführt. Nach einem intensiven Testbetrieb in Grieskirchen wird e-Care mit 1. Februar 2010 in den Normalbetrieb übernommen.
Ein wesentlicher Vorteil von e-Care aus Sicht der Pflegekräfte im Alten- und Pflegeheim: Sie können die BewohnerInnen in aller Ruhe bis zum Abtransport ins Krankenhaus betreuen und die nötigen Pflegedaten sind trotzdem noch vor diesen bei den Kolleginnen im Krankenhaus.
Unterschiedliche Standards harmonisiert
Eine große Herausforderung lag darin, die unterschiedlichen Standards sowohl in der Pflegedokumentation als auch bei den verwendeten Softwarelösungen zusammenzuführen. Grundlegend für den Projekterfolg war die intensive Zusammenarbeit von Pflegekräften,den IT-Verantwortlichen und Sozialwissenschaftlern. Nach dem Prinzip „Kerninformation statt Datenflut“ lag der Fokus auf jenen pflegerelevanten Informationen, die an der Schnittstelle zwischen Altenheim und Krankenhaus tatsächlich benötigt werden. Basis für diese Entwicklung waren die Standards einer internationalen Initiative von Anwendern und Herstellern von IT-Lösungen im Gesundheitssektor (IHE), die auch verbindliche Grundlagen für alle künftigen Entwicklungen im e-Health Bereich in Österreich sind. Finanziell unterstützt wurde das Projekt durch den Gesundheits-Cluster Oberösterreich. Die Firma x-tention wurde für e-care auch mit dem Genius-Award des Gesundheits-Clusters ausgezeichnet.
Die erfolgreiche Kooperation wird fortgesetzt
Die gelungene Zusammenarbeit in diesem Projekt war Basis für weitere Forschungsaktivitäten zur Verbesserung des Austausches von Pflegeinformationen zwischen Sozial- und Gesundheitseinrichtungen. Der nächste Schritt ist eine Vernetzung nicht nur der Pflegeheime, sondern auch der Mobilen Dienste mit dem Krankenhaus in Oberösterreichs zweitgrößter Stadt Wels.