FH OÖ News

28. Mai 2009

MobilDoc: Hagenbergs Handy-Notruflösung für Afrika gewinnt globalen Medienpreis

World Summit Youth Award für innovativen Beitrag zum Erreichen der UN „Millenium Development Goals“

Internationale Auszeichnung für Entwicklungshilfe-leistende IT-Innovation: „World Youth Summit Award“ geht Gerald Madlmayr (links) und Andreas Jakl von der FH OÖ in Hagenberg (Foto: FH OÖ/ Privat)

Bei einer Studienreise durch Afrika erlebten Andreas Jakl und Gerald Madlmayr hautnah, dass Mensch dort besseren und einfacheren Zugang zu medizinischer Versorgung brauchen. Prompt nutzten die zwei Jungforscher von der FH OÖ in Hagenberg ihre IT-Expertise und Afrikas hohe Mobiltelefon-Durchdringung und entwickelten die Handy-Anwendung MobilDoc. Für ihre Idee und ihr Engagement wurden die Entwickler mit dem von UN-Organisationen geförderten „World Summit Youth Award“ ausgezeichnet.
 
„Mit einem simplen Handy und einer durchdachten Anwendung kann man in Afrika viel Gutes tun und Menschen helfen, ihre Grundbedürfnisse zu erfüllen“, freut sich Gerald Madlmayr, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Near Field Communication Research Lab. Für den 29-Jährigen aus Goldwörth und seinen St. Pöltner Kollegen Andreas Jakl (26) stand fest: den Siegeszug der Mobilkommunikation in Afrika kann man optimal nutzen, um Leben zu verbessern.

„In vielen Staaten hat bereits fast die Hälfte der Bevölkerung ein Handy und nutzt Dienste wie Sprachtelefonie, Kurzmitteilungen und Navigationssystem ähnlich intensiv wie Europäer und US-Amerikaner“, erklärt Jakl, Assistenz-Professor am FH-Studiengang "Mobile Computing". „Unsere Anwendung nutzt dieses enorme Potential.“

Schnell den richtigen Doktor finden

Durch MobilDoc können Hilfesuchende per Handy abfragen, wo sich in ihrer Nähe Ärzte befinden, die ihr Leiden behandeln können. Auch Medizinmänner werden erfasst, denn diese gewährleisten die Gesundheitsvorsorge vor allem in ländlichen Gebieten und genießen meist größeres Vertrauen in der Bevölkerung.

Möglich wird das, indem die auf dem Handy des Medizinmanns laufende Anwendung seinen Standort, Status und Fähigkeiten periodisch erfasst und an ein zentrales System überträgt. Da die Analphabetenrate in manchen Regionen hoch ist, erlaubt es MobilDoc den Medizinmännern sowie Hilfesuchenden auch in bildlichen Metaphern zu kommunizieren.

Beitrag zur Umsetzung der UN Millenium-Entwicklungsziele

Die WSYA-Juroren aus aller Welt – darunter Jungunternehmer, Journalisten, Forscher, Lehrer und Vertreter internationaler Organisationen – waren sich somit einig: Für diesen innovativen Beitrag zum Erreichen der UN „Millenium Development Goals“ sollen Andreas Jakl und Gerald Madlmayr den „World Summit Youth Award“ in der Kategorie „Im Kampf gegen Hunger, Armut und Krankheit“ erhalten.

Die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien werden nun im September gemeinsam mit den Teams der 14 weiteren Siegerprojekte in fünf Kategorien an einer Gala in Mexiko teilnehmen. Im Rahmen des dreitägigen Events haben die Preisträger auch Gelegenheit, ihre IT-Ideen für eine bessere Welt vor Publikum zu präsentieren.

IT-Wettbewerb mit humanitären Motiven

Der WSYA ermittelt weltweit die besten e-Content Produkte und prämiert die außergewöhnlichsten Leistungen von jungen Kreativen unter 30 Jahren. Er demonstriert das Potential junger Produzenten, hervorragende digitale Inhalte zu generieren, welche in beeindruckender Weise die UN Millennium Development Goals für eine globale Zukunftssicherung adressieren.

Der Jugendwettbewerb wird im Rahmen des World Summit Awards (WSA) und gemeinsam mit der Cyber Peace Initiative (CPI) sowie relevanten UN Organisationen (UNESCO, UNIDO, UN GAID) und der Internet Society (ISOC) durchgeführt. Die Koordination obliegt dem Internationalen Centrum für Neue Medien (ICNM), einer Non-Profit Organisation in Salzburg. Der WSYA gilt als offizieller Beitrag zum World Summit on the Information Society und seinem Aktionsplan 2015 und wird im Frühjahr 2009 zum zweiten Mal in Kooperation mit nationalen und internationalen Organisationen aus über 160 Ländern abgehalten.

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