FH OÖ News

05. Februar 2010

Neue Verfahren für die zerstörungsfreie Prüfung von Werkstoffen

Am 4. Februar eröffneten in Wels die FH Oberösterreich, die Technische Universität Wien und die RECENDT GmbH zusammen mit ihren 11 Unternehmenspartnern ein neues K-Projekt. Im Kompetenzzentrum am FH OÖ Campus Wels bearbeiten die Partner aus Industrie und Forschung bis 2014 gemeinsam ein Forschungsvolumen von 7 Millionen Euro. Die innovativen Ergebnisse kommen in neuen Verfahren der zerstörungsfreien Prüfung und Tomografie in der Flugzeug-, Auto-, Maschinenbau- und Werkstoffindustrie zur Anwendung.

Das K-Projekt für ZPT – gefördert mit über 2 Mio. Euro von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG –  ist eine Forschungskooperation im Sinne des Kompetenzzentren-Programms COMET der Österreichischen Bundesregierung. Rund 1 Mio. kommt vom Land Oberösterreich. Weiters finanzieren die namhaften Projektpartner die Forschungsarbeit mit. Es sind dies Borealis Polyolefine GmbH, Carl Zeiss Industrielle Messtechnik GmbH, edevis GmbH, FACC AG, FCI Austria GmbH, Georg Fischer Eisenguss GmbH, Gruber & Kaja High Tech Metals GmbH, Lenzing AG, ÖGfZP – Österreichische Gesellschaft für Zerstörungsfreie Prüfung, Plansee SE, voestalpine Stahl GmbH.

"Ich gratuliere den Verantwortlichen - insbesondere der FH Oberösterreich – zum Start der neuen Forschungskooperation am Standort Wels. Mit dem neuen K-Projekt haben wir ein weiteres Kompetenzzentrum nach Oberösterreich geholt", freute sich die Landesrätin für Wissenschaft und Forschung Mag.a Doris Hummer im Rahmen der Eröffnungsfeier vor rund 100 Gästen aus Politik, Forschung sowie Industrie. "Damit stärken wir unseren Wirtschafts- und Forschungsstandort. Denn gerade jetzt lautet die Devise: Auf Forschung setzen, damit wir gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgehen und uns Wettbewerbsvorteile sichern."

Anwendungsorientiertes Forschungszentrum verbindet Wissenschaft und Praxis

"In diesem Projekt werden zwei zukunftsorientierte Forschungsbereiche der zerstörungsfreien Prüfung und Tomografie bearbeitet, die für die oberösterreichischen Stärkefelder wie Flugzeug-, Auto-, Maschinenbau- und Werkstoffindustrie von großer Bedeutung sind", stellte Landesrätin Hummer weiters klar.

Sicherheit, Qualität, Material- und Technologieinnovationen sowie Kostenreduktion stehen bei der Produktion von Bauteilen an oberster Stelle. Methoden wie die industrielle Computer-Röntgentomografie, Optische Kohärenztomografie oder Laserultraschall ermöglichen die Charakterisierung und Prüfung eines Werkstoffes, ohne diesen zu zerstören und damit unbrauchbar zu machen. Durch diese bedeutenden Vorteile haben zerstörungsfreie Prüfmethoden (ZfP) stark an Bedeutung gewonnen und werden von der Industrie verstärkt vorangetrieben.

Als wissenschaftliche Partner des K-Projekts bringen TU Wien, RECENDT und FH OÖ ihre Expertise im Bereich der zerstörungsfreien Werkstoffprüfung, Materialcharakterisierung und Tomografie ein. Die FH OÖ ist neben der Lehre auch in der Forschung Österreichs größte Fachhochschule und konnte in zahlreichen geförderten Projekten im Bereich der Thermografie und der Computertomografie Know How aufbauen. Das Institut für Werkstoffwissenschaft und Werkstofftechnologie der TU Wien deckt mit seiner Forschung und Lehre das breite Spektrum der Ingenieurwerkstoffe ab, von Kunststoffen, Verbundwerkstoffen bis Stahl. Die Research Center for Non Destructive Testing GmbH (Kurzform RECENDT, ehemals Abteilung  Berührungslose Sensorik der Upper Austrian Research GmbH) realisiert kundenspezifische, maßgeschneiderte Hightech-Lösungen im Bereich der Materialcharakterisierung, Qualitätssicherung und zerstörungsfreien Werkstoffprüfung über die gesamte F&E-Prozesskette bis hin zur Entwicklung neuester Gerätetechnologien für den Einsatz in der Industrie. Durch die Kooperation entsteht nun eine einzigartige Wissensbasis für ein anwendungsorientiertes ZfP-Forschungszentrum in Österreich.

"Besonders freut es mich, dass dieses fünfjährige Projekt von namhaften Wirtschafts- und Industriebetrieben unterstützt wird. Damit kommt es zu zahlreichen Synergieeffekten zwischen Forschung und Entwicklung sowie den Unternehmen in Oberösterreich. So sichern wir Arbeitsplätze und schaffen neue nachhaltige Jobs in unserem Land", betont Landesrätin Hummer.

Bildquelle: FH OÖ / Helmberger - Bildtext: v.l.n.r.: Univ.Prof. DI Dr. Hans-Peter Degischer (TU Wien), DI Dr. Peter Burgholzer (RECENDT GmbH), Univ.Prof. DI Dr. Sabine Seidler (TU Wien), LR Mag.a Doris Hummer (Landesrätin für Wissenschaft und Forschung), Dr. Gerald Reisinger (FH OÖ), Prof. (FH) DI Dr. Johann Kastner (FH OÖ), Dr. Ulrike Unterer (BMWFJ), DI Otto Starzer (FFG)

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