
Bildtext: Gesundheitsminister Alois Stöger (3. v. l.) im Kreise von ExpertInnen am Kongress „Integrierte Versorgung – Wunsch und Wirklichkeit“. - Bildquelle: FH OÖ

Bildtext: Gesundheitsminister Alois Stöger (3. v. l.) im Kreise von ExpertInnen am Kongress „Integrierte Versorgung – Wunsch und Wirklichkeit“. - Bildquelle: FH OÖ
Unzählige Schnittstellen hemmen derzeit noch Effizienz und Effektivität im Gesundheits- und Sozialwesen. Unter dem Titel „Integrierte Versorgung – Wunsch und Wirklichkeit“ richtete die FH Oberösterreich daher Ende Februar einen Kongress aus, der ExpertInnen und PolitikerInnen am FH OÖ Campus Linz versammelte.
„Die Integrierte Versorgung muss den PatientInnen und den MitarbeiterInnen zu gute kommen“, forderte Gesundheitsminister Alois Stöger im Rahmen einer Podiumsdiskussion. Dabei gehe es nicht allein um Kosten, sondern in erster Linie um die Qualität der Versorgung an sich – eine, wie Stöger formulierte, „Win-win-Sitaution für alle“. Integrierte Versorgung meint eine multiprofessionelle, interdisziplinäre und patientenorientierte Versorgung, die alle Gesundheits- und Sozialdienstleister einbezieht. Sie funktioniert durch definierte Kooperation der Akteure mit aktivem, verbindlichem Patienteneinbezug und ökonomischem Ressourceneinsatz.
Modellprojekte gefragt
Der Minister kündigte dabei Unterstützung für „kreative Ideen“ an. Auch der Start von Projekten in Modellregionen ist ein Thema für Österreichs führenden Gesundheitspolitiker, der zusammen mit dem Vorsitzenden des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, Hans-Jörg Schelling und mehr als zwanzig anderen ReferentInnen aus dem In- und Ausland am Kongress der FH OÖ sprach.
Die weiteren Beiträge stammten von Fachleuten, die sowohl aus dem Bereich der Krankenanstalten und der Wissenschaft, als auch aus der Wirtschaft kamen. Die FH Oberösterreich selbst war mit mehreren ExpertInnen vertreten, welche deren an den Fakultäten in Linz und Steyr versammelten Kompetenzen im Nonprofit-Management, den Gesundheitsdienstleistungen sowie im Prozessmanagement im Gesundheitswesen repräsentieren.
Die Vortragenden aus Österreich, Deutschland und der Schweiz unterstrichen die Notwendigkeit, geeignete Rahmenbedingungen für eine Kooperation ins Leben zu rufen. Dazu zählen Transparenz und Definition von Qualitätsdaten in allen Sektoren des Gesundheits- und Sozialbereichs, das Schaffen von Anreizsystemen für alle Beteiligten sowie Mut zu mehr Kooperation. „Die Professionals müssen lernen, einander zu vertrauen und die Kompetenzen gegenseitig anzuerkennen. Dazu gehört auch, dass der Patient als bester Experte seiner selbst ins Boot geholt wird“, sagt die Kongressinitiatorin der FH OÖ Silvia Neumann-Ponesch.