Im Rahmen der Laborübung „Gießen“ wurde am 17. Jänner 2011 eine Exkursion zum Stahlriesen Voest durchgeführt. Mit vornehmer Verspätung wegen zähflüssigem Verkehr traten wir, die Studenten des MKT Bachelorjahrgangs `09, im Besprechungszimmer des Geschäftsfeldes Gießen ein. Nach kurzer theoretischer Unterweisung und Firmenpräsentation wurde die eigentliche Werksführung durchgeführt. Die einzelnen Stationen vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt wurden beleuchtet und dank Headsets konnte man den „Touristenführer“ auch in der lauten Werkshalle optimal verstehen. Somit wurde ein einstündiger Einblick gegeben in das erste metallurgische Verfahren des Homo Sapiens und ihrer modernen Ausführung in der Praxis. Das Tochterunternehmen der Voest hat sich auf schwere Gussstücke für den Kraftwerksbau spezialisiert und liefert Bauteile mit einem Gewicht von bis zu 200 Tonnen.
Wer sich so ein gewaltiges Gussstück als Deko in den Garten stellen möchte muss tief in die Tasche greifen-und vor allem lange warten! (Allein die Abkühlung von solch voluminösen Bauteilen verschlingt einige Wochen!) Ein paar hunderttausend Euronen und ein Jahr Wartezeit sollten allerdings ausreichen. Grundsätzlich stellt man sich die Technologie Gießen viel rustikaler vor als sie tatsächlich ist. Die Realisierung jedes Gussstücks, von der Risszeichnung bis zum blitzblanken auslieferungsfertigen Prachtstück, stellt ein einzelnes Mega-Projekt dar, welches unzählige komplexe Fertigungsschritte beinhaltet. Besonders aufwendig ist die Dokumentation des Prozessablaufs, denn bis zur Auslieferung füllen sich etliche dicke Ordner an Informationsmaterial.
Nach der interessanten Führung wurden wir in einzelne Gruppen unterteilt und es folgten einstündige Präsentation über verschiedene Themenbereiche bezogen auf die Gießtechnologie.
Abgerundet wurde die sehr gelungene Exkursion durch ein nahrhaftes Mittagessen in der Voest Kantine.
Der Jahrgang Bakk 09 möchte sich beim Übungsleiter Herrn DI Alfred Buberl für die reibungslose Organisation recht herzlich bedanken!


