06.09.2012
Der Computertomograph ist landläufig auch als „Röhre“ bekannt. In der Medizin schon seit Jahren etabliert, kommt er in den letzten Jahren immer stärker auch in der Industrie zum Einsatz. CT ist eine zerstörungsfreie Methode, um Bauteile aus Metallen oder Kunststoffen dreidimensional zu vermessen und auf versteckte Fehler zu untersuchen. Qualitative Mängel können damit vermieden werden. Bereits zum vierten Mal wird von 19. bis 21.09. eine große internationale Fachtagung zu diesem Thema an der FH OÖ in Wels abgehalten. 160 internationale Forscher und Unternehmer aus 18 Ländern nehmen an den in englischer Sprache gehaltenen Fachvorträgen zu den Themen „Zerstörungsfreie Bauteilprüfung“, „3D-Materialcharakterisierung“ und „Geometriebestimmungen“ teil.
Viele der mit Computertomografie beschäftigen Unternehmen präsentieren sich auch auf der Begleitausstellung im Foyer des FH-Gebäudes. Die Fachtagung ist ein gemeinsames Projekt der FH Oberösterreich mit der österreichischen, deutschen und schweizer Gesellschaft für zerstörungsfreie Werkstoffprüfung und der deutschen Gesellschaft für Materialkunde.
Welser Fakultät verfügt über zwei Computertomographen
Die Fakultät für Technik & Umweltwissenschaften der FH OÖ in Wels verfügt über zwei industrielle Computertomografen. Das Schmuckstück ist der sogenannte Nanotomograf, der über eine Auflösung von unter 500 Nanometer (0,0005 Millimeter) verfügt und sich besonders für die 3D-Untersuchung von Sensoren, mikroelektronischen Komponenten und Materialproben aller Art, wie Kunststoffen, Keramiken, Verbundmaterialien, Gesteinsproben eignet. „Ziel dieser zerstörungsfreien Materialprüfung ist es, versteckte Fehler, wie zum Beispiel Materialfehler, Lunker, Risse, Verunreinigungen oder Poren rechtzeitig entdecken und damit Qualitätsprobleme vermeiden zu können“, berichtet Forschungsleiter Prof. (FH) Dr. Johann Kastner und fügt hinzu: „Zusammenfassend bietet die Computertomographie eine vollständige Volumeninformation und damit einen einzigartigen Einblick in den inneren Aufbau eines Prüfobjektes.“
Immer mehr österreichische Firmen wie Voest Alpine Stahl, Borealis, EKB, FACC, FCI, Georg Fischer, HTI-Gruber & Kaja, Lenzing, Nemak oder Plansee nutzen diese neue Messtechnologie an der FH OÖ in Wels.
CT-Untersuchungen auch für Kunstgegenstände
Die Welser CTs werden unter anderem aber auch zur Überprüfung von wertvollen Kunstgegenständen verwendet. Erst kürzlich wurden wertvolle Stradivari- und Guarneri-Geigen durchleuchtet, um auf das Geheimnis des besonderen Klanges zu kommen. Aber auch archäologische Funde aus dem griechischen Akropolismuseum und die beiden Figuren Neptun und Tellus der Saliera wurden 2007 tomographisch untersucht. Die Analyse dieses bedeutenden österreichischen Kunstwerks ergab sensationelle und detaillierte Informationen über Benvenuto Cellinis Fertigungstechnik und die verwendeten Materialien.
Conference on Industrial Computed Tomography
Non-destructive Testing, 3D Materials Characterisation and Dimensional Measurement
19th–21st September 2012
University of Applied Sciences Upper Austria
Campus Wels
Nähere Information und Anmeldung unter: www.3dct.at/ict2012