Das didaktische Konzept

Die Gehirnforschung hat in den letzten Jahren viele neue Erkenntnisse gebracht. Wir wissen heute sehr gut, wie Lernen funktioniert. Wir wissen, dass Lernen eine Aktivität ist und weniger das Lehren. Das Bild, dass der/die Vortragende aktiv etwas lehrt, während der/die Studierende passiv bleibt und etwas vermittelt bekommt, also gelehrt wird (und dabei etwas lernt) ist schlichtweg Unfug. Lehren funktioniert nicht. Lehren kann eigentlich nur darin bestehen, optimale Bedingungen für Lernen zu schaffen.
Es war unser Ziel, den Lehrgang MBA-SCM in einen anspruchsvollen konzeptuellen Rahmen zu stellen, der die vielen unterschiedlichen Aspekte, die zu optimalen Lernbedingungen führen, integriert:

Zeitgemäße Didaktik:

Unser Gehirn ist eine Lernmaschine. Es kann gar nicht anders als Lernen, es ist dafür gemacht. Lernen passiert, bis ins Alter, bis zu unserem Tod. Neue Forschungen zeigen, dass Lernen glücklich macht. Gelungene, positive Lernprozesse machen glücklich. Wir wissen auch schon einiges über unser Gehirn und wie es arbeitet. Wir wissen, dass wir z.B. durch die Vielfalt der konkreten Erfahrungen, ihren emotionalen Gehalt und den sozialen Kontext, in dem sie gemacht werden, Lernprozesse enorm beschleunigen können.
Diese und noch viele andere Erkenntnisse sind die Grundlage für das didaktische Konzept des MBA-SCM.

Die Prinzipien lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Lernen am konkreten Beispiel, im konkreten Kontext 
Die Unternehmensprojekte bieten den Rahmen, an realen Aufgaben zu arbeiten; die KEU-Methodik bietet das Vorgehensmodell und die methodischen Werkzeuge.

Arbeiten und Lernen im Team und als Team
Ein eigenes Methoden-Set„Lernfeld“ schafft dazu einen Raum, in dem intensives, kooperatives Lernen angstfrei möglich ist. Die dabei entstehende Dynamik stellt den gemeinsamen Lernprozess in den Mittelpunkt. Dieses Fokussieren auf den Lernerfolg bedeutet eine grundlegende Umstrukturierung des Bezugsrahmens der Gruppe. Das bedeutet auch ein „Reframing“ von Scheitern und damit ein Ermutigen zu originellen, riskanten Beiträgen und potenziell radikal neuen Lernerfahrungen.

Recursive multi-level Design
Alle geeigneten Sequenzen des Curriculums sind so angelegt, dass Lernprozesse auf mehreren Ebenen stattfinden, also z.B. neben der inhaltlichen Arbeit eine Entwicklung im „Verhaltensrepertoire“ ermöglicht wird.

Potenzialorientierung und die Beschreibung eines individuellen Lernkorridors:

Mit einer Potenzialorientierung wird auf das individuelle Stärken-Schwächen-Profil von Menschen eingegangen. Sie werden dort gefordert und gefördert werden, wo Sie wirklich gut sind. Da, wo sie keine Talente haben und daher auch nie exzellente Leistungen erbringen werden, begnügt man sich mit einem vergleichsweise niedrigen Standard. Unternehmen mit einem modernen Human Resources Management haben diese Art des „Talent Managements“ schon lang erkannt und umgesetzt. Man will auf die geniale Designerin nicht verzichten, bloß weil Sie nicht Englisch kann (und nie gut können wird) oder vor größeren Gruppen vor lauter Nervosität kein Wort herausbringt.

Diese Vorgehensweise setzt die Erfassung und Berücksichtigung der individuellen Entwicklungspotenziale voraus und eine entsprechende Umsetzung in eine ebenso individualisierte Lehr-/Lernplanung. Durch die kleine Jahrgangsgröße von maximal 16 TeilnehmerInnen sind wir dazu in der Lage.

Nach einer Startphase, die dem Team-Building und Aufsetzen des „Lernfeldes“ gewidmet ist, werden in (Selbst-)Assessment Sessions die individuellen Potenzialprofile erstellt. Auf dieser Grundlage definiert jede/r TeilnehmerIn in Auseinandersetzung mit der Gruppe seinen eigenen Lernkorridor, also die bevorzugten persönlichen Entwicklungsfelder, die entsprechend operationalisiert und mit Zielen versehen sind.