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Abenteuer Mexiko: Auslandssemester bereichert FH-Studium
FH-Studentin Daniela Scherndl studierte in Mexiko an der „Tecnológico de Monterrey“
Internationalität wird an der FH OÖ Fakultät für Management Steyr großgeschrieben. 106 Partneruniversitäten weltweit stehen den Studierenden für ein Auslandssemester offen. Daniela Scherndl (21) studiert im 6. Semester den Bachelor-Studiengang „Internationales Logistik-Management“, bei dem ein Auslandssemester verpflichtend auf dem Studienplan steht. Daniela Scherndl stammt aus Breitenschützing und wagte den Sprung ins ferne Mexico – genauer gesagt nach Cuernavacas zur Universität „Tecnológico de Monterrey“. Verbunden damit waren tolle Erfahrungen und tiefe Einblicke in Land & Leute.
„Im Vergleich zu Österreich herrscht in Mexico ein gravierender Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Schulen bzw. Universitäten. Privat-Unis werden nur von der Eliteschicht besucht, da diese den nötigen Peso (rund € 3000 je Semester) zur Finanzierung der Ausbildung hat. Entsprechend unterschiedlich ist das Niveau. Die „Tecnológico de Monterrey“, an der ich mein Auslandssemester verbracht habe, ist eine der renommiertesten und bekanntesten Universitäten Mexikos und kann doch an unseren Ausbildungsstandard nicht heranreichen“, schildert Daniela Scherndl ihr Eindrücke. „Darüber hinaus ist die Universität aus Sicherheitsgründen von der Außenwelt völlig abgeschirmt, es gibt Einfahrtskontrollen und Ausweispflicht.“
Gastfreundschaft – Offenheit – Religiosität
Daniela Scherndl kann bestätigen, dass die Mexikaner ein äußerst gastfreundliches Volk sind, hilfsbereit und offen gegenüber Fremden. Sie sind sehr religiös und verehren die „Jungfrau von Guadalupe“ fast so sehr wie ihre eigene Mutter. Die Mutter ist überhaupt die wichtigste Person in der Familie, wie auch Familie und Familienfeste einen hohen Stellenwert genießen. Gefühlsarmut kann man den Mexikanern nicht nachsagen: „Es gilt in der Öffentlichkeit als völlig normal und wichtig, seine Gefühle – ob Freue, Glück, Wut oder Traurigkeit – offen zu äußern“, berichtet die 21-jährige ILM-Studentin. „Die Leute lachen, tanzen, schreien oder weinen – ja nach Gefühlslage – auf offener Straße. Natürlich bedienen sie sich auch ausladender Gesten, um ihren Worten Nachdruck zu verleihen.“
Nord / Süd – Reich / Arm
Wenn man so wie Daniela Scherndl nicht nur als Tourist nach Mexiko kommt, dann bekommt man auch tiefere Einblicke in das Leben der Menschen und die Kultur des Landes. „Es gibt ein starkes Nord-Süd-Gefälle, was Lebensstandard und Industriealisierung betrifft. Der Norden orientiert sich mehr an den USA, hat deutlich mehr Industrie als der Süden und einen entsprechen höheren Lebensstandard“, weiß Daniela Scherndl aus eigener Erfahrung. „Die Menschen, die im Süden Mexikos beheimatet sind, haben meist indigene Wurzeln und sprechen nach wie vor ihre indigene Muttersprache, wie z. B. „Nahuatl“, „Tzotzil“ oder „Maya“. Im Übrigen zählt Mexiko 62 indigene Nationalsprachen! Je weiter man in den Süden kommt, desto wichtiger werden Traditionen. Die Leute haben trotz oder gerade wegen fehlender Infrastruktur und Armut enorme Lebensfreude und viel mehr Humor“, ist Daniela Scherndl überzeugt. 40 % der Mexikaner leben an der Armutsgrenze, daher sieht man viele Obdachlose und äußerst arme Leute, die auf den Straßen Süßigkeiten verkaufen, Windschutzscheiben waschen, Schuhe putzen oder betteln. „Bei all diesen Gesichtspunkten überwiegt für mich persönlich stets das Positive Mexikos“, versichert Daniela Scherndl.
Pomadisierte Haare & übertriebene Hilfsbereitschaft
„Fasziniert hat mich, welch große Bedeutung sowohl Männer als auch Frauen der Schönheits- und Körperpflege beimessen. Frauen können sich im Traum nicht vorstellen, ungeschminkt das Haus zu verlassen. Beide Geschlechter machen einen regelrechten Ritus aus ihrem Haarstyling und verwenden Unmengen von Haargel. In Mexikos Supermärkten gibt es daher Haargel in Kübeln von 5 bis 10 kg“, versichert Daniela Scherndl lachend.
Hüten sollte man sich auch, der erstbesten Wegbeschreibung zu folgen, die ein hilfsbereiter Mexikaner nur zu gerne gibt. „Es ist mir nicht einmal passiert, dass mir Leute aus übertriebener Hilfsbereitschaft einen völlig falschen Weg beschrieben haben. Sie geben nämlich nur zu gerne Auskunft, auch wenn sie richtige Straße bzw. den Weg gar nicht kennen. Am besten man fragt immer mehrere Personen und hofft, am Ende doch dort anzukommen, wo man hin will“, rät die 21-jährige Mexiko-Kennerin.
Unglaubliche Einblicke & Erfahrungen
Daniela Scherndl hat also nicht nur Logistik in Mexiko studiert – sondern auch Land & Leute. Sie besuchte in ihrer Freizeit zahlreiche Sehenswürdigkeiten aber auch kleine Dörfer und hat sich auf die Denkweise, Verhalten und Kultur eingelassen. „Eine meiner größten Erkenntnisse, die ich während meines Auslandsaufenthaltes gemacht habe, ist die jene, stets das Beste von Menschen zu denken. In einem fremden Land, weit entfernt von der Heimat, ist man auf fremde Menschen angewiesen. Umso wichtiger ist es, diesen freundlich und mit einer positiven Gesinnung entgegen zu treten. Mit strahlenden Augen kann ich sagen, dass ich mit diesem Auslandssemester meinem Leben einen besonderen Schliff gegeben habe, meinen Horizont erweitern konnte und meine Persönlichkeit weiterentwickelt habe“, ist Daniela Scherndl überzeugt.
An der FH OÖ Fakultät für Management am Campus Steyr wird der Studierendenaustausch vom International Office unterstützt. Informationen findet man auf der Website unter www.fh-ooe.at/campus-steyr/international



