09.12.2010
Sechs SchülerInnen der HAK Auhof in Linz erarbeiten gemeinsam mit ForscherInnen der FH OÖ einen Lehrplan
Mit dem Thema interkulturelle Kompetenz an berufsbildenden höheren Schulen befassen sich derzeit ForscherInnen des interkulturellen Zentrums der FH OÖ Fakultät für Management in Steyr im Rahmen eines Sparkling Science Projektes. Um Probleme und Spannungsfelder im Hinblick auf die Kultur zu ermitteln, befragten sie mehr als 1000 SchülerInnen österreichweit. Aufbauend auf den Ergebnissen erarbeiten sie nun gemeinsam mit ausgewählten SchülerInnen einen Lehrplan für interkulturelle Kompetenz.
Interkulturelle Kompetenz ist heute im Berufsleben und in der Schule gefragt. Genau da setzt das vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung geförderte Sparkling Science Projekt „Interkulturelle Kompetenz“ am FH OÖ Campus Steyr an. Ziel ist es, das interkulturelle Wissen in berufsbegleitenden höheren Schulen bei SchülerInnen und LehrerInnen zu erhöhen und die SchülerInnen damit besser für die Anforderungen in internationalen Unternehmen zu qualifizieren. Ebenso soll der Kontakt zwischen SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund verbessert werden. Gleichzeitig bekommen die SchülerInnen einen ersten Einblick ins wissenschaftliche Arbeiten, denn sie sind Teil des Forschungsteams. „Einerseits besteht ein großer Bedarf an interkulturellem Wissen. Andererseits fehlen in den Schulen aber der richtige Umgang mit Spannungsfeldern und Ideen, wie sich interkulturelle Kompetenz gestalten könnte“, erklärt Dr. Isabella Boitllehner, Projektleiterin des Steyrer Forscherteams.
SchülerInnen liefern Ideen und Vorschläge
Um die Konfliktfelder im Bereich Kultur genau zu identifizieren, befragte das Forschungsteam österreichweit mehr als 1000 SchülerInnen. Die Ergebnisse zeigen, dass nicht nur die unterschiedliche Sprache, sondern auch unterschiedliche Wege der Kommunikation und des gegenseitigen Verstehens in der Schule Probleme bereiten. Die Befragten lieferten aber auch Ideen und Vorschläge, wie und wo die kulturellen Unterschiede eine Bereicherung sein könnten.
Lehrplan für interkulturelle Kompetenz
Im Rahmen dieses Projektes entwickeln die ForscherInnen nun basierend auf der Befragung mit sechs ausgewählten SchülerInnen der HAK Auhof in Linz einen Lehrplan für interkulturelle Kompetenz an berufsbildenden höheren Schulen. Die SchülerInnen-Forschergruppe repräsentiert genau die Zielgruppe, da sie aus SchülerInnen mit und ohne Migrationshintergrund besteht. „Die Stärke des Projekts ist, dass wir durch die Mitarbeit der Schüler einen ganz anderen Zugang zum Thema erhalten. Die Schüler bringen viele gute Vorschläge für den Lehrplan und finden es sehr spannend, selbstständig zu forschen“, sagt Boitllehner.
Nach Abschluss des Projekts wird das entwickelte Modell den österreichischen berufsbildenden höheren Schulen zur Verfügung gestellt