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3. Public Management Impulse
Verhaltensökonom der Uni München legt Gemeinden Zusammenarbeit nahe. Volkswirt Martin Kocher sieht Menschen evolutionär mehrheitlich als „Kooperierer“.
Kosten senken, Leistungen steigern – vor diese Herausforderung stellen die BürgerInnen die öffentliche Verwaltung und damit auch die TeilnehmerInnen der von Prof. (FH) Mag. Dr. Franziska Cecon organisierten „Public Management Impulse 2011“ am Campus Linz der FH Oberösterreich. Hauptredner war Prof. Dr. Martin Kocher von der Volkswirtschaftlichen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er sieht in Anreizen, Kommunikation und guten Führungsqualitäten die Basis für Kooperationen, etwa von Gemeinden.
„Ob man kooperiert, hängt vielfach von entsprechenden Anreizen ab. Das Problem der Trittbrettfahrer bewirkt leider allzu oft, das einzelne Akteure lieber anderen die Mühen der Kooperation überlassen, von der sie selbst aber doch profitieren wollen“, erläutert Kocher und spielte den anwesenden Politikern und Führungskräften der öffentlichen Verwaltung damit den Ball zum Thema Gemeindekooperationen weiter. Auch irrationale Aspekte wie etwa persönliche Antipathien stehen einer Zusammenarbeit in der Praxis manchmal entgegen. Andererseits könne die Erwartung gemeinsamer Vorteile Gemeindekooperationen trotz historisch weit zurückreichender Rivalitäten ermöglichen, wie Vizebürgermeister Dr. Adolf Brunnthaler am Beispiel des freiwilligen Wirtschaftsverbandes der Märkte Weyer und Gaflenz berichtete.
Moderne Managementmethoden bereits Usus
Gerade im Bereich der Gemeindeverbände sei der Vorwurf, die Verwaltung agiere verstaubt und ineffizient, nicht berechtigt, betonte Steyrs Bezirkshauptfrau Mag. Cornelia Altreiter-Windsteiger: „In den Sozialhilfeverbänden stellt das Verwaltungspersonal lediglich 4,6 % der Aufwendungen dar. Die Verbände agieren dynamisch, wenden moderne Steuerungsmethoden an und vernetzen die Mitgliedsgemeinden synergetisch mit den jeweiligen Bezirkshauptmannschaften“. Ins gleiche Horn stieß Mag. Dietmar Aigenberger von der OÖ Technologie- und Marketinggesellschaft (TMG). 22 bestehende Betriebsansiedlungsgebiete, die alleine in Oberösterreich von mehreren Gemeinden gemeinsam eingerichtet wurden, sprächen für die Innovationskraft der Kommunen. Gebündelte Kräfte machen vorher Unmögliches möglich, die eingenommene Kommunalsteuer werde nach einem festgelegten Schlüssel unter den Partnergemeinden aufgeteilt.
Bachelor-Arbeit an Linzer FH unterstützte bei Verfassungsänderung
Durch eine vom oberösterreichischen Bundesrat Gottfried Kneifel angestoßene Verfassungsänderung können Gemeinden nun – sogar länderübergreifend – auch in der Hoheitsverwaltung mittels Gemeindeverband zusammen arbeiten. Neben Forderungen von Städte- und Gemeindebund habe auch eine Abschlussarbeit von Markus Stadlbauer BA im Studium „Management öffentlicher Dienstleistungen“ an der FH OÖ seine Sensibilität für das Thema geschärft. Das wichtigste Kapital, um die neue gesetzliche Situation mit Leben zu erfüllen sei „Vertrauen“, so der vormalige Präsident der Länderkammer.



