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Medizintechnik-Studentin forscht an John Hopkins University
Die Studentin Karin Eibenberger vom Master Medizintechnik absolviert derzeit einen achtmonatigen Forschungsaufenthalt an der John Hopkins University – mit Hilfe des Marshallplan-Stipendiums.
Ihre ersten Eindrücke beschreibt sie folgendermaßen:
Hamburger und Bier der lokalen Brauerei Dogfish spendierte uns neulich John, mein Betreuer vor Ort, weil wir einen seit sieben Jahren nicht funktionstüchtigen Motor innerhalb kurzer Zeit repariert hatten. Und dieser Motor steht nicht irgendwo, er ist Teil eines der weltweit stärksten Drehsessel für Forschung am Gleichgewichtsystem und steht im Outpatient Center der amerikanische Eliteeinrichtung Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore, Maryland, USA.
Dass ich hierherkommen konnte, verdanke ich zwei glücklichen Umständen: einerseits erhielt ich die Maximalförderung des Marshallplan-Stipendiums in der Höhe von 10.000 Euro, die für Studenten gedacht ist, die ihre Dissertation oder Masterarbeit in den USA machen wollen. Und andererseits ist es meinem Betreuer an der FH Linz, PD Dr. Thomas Haslwanter, zu verdanken, dass ich gerade an die Johns Hopkins gekommen bin: er hatte die nötigen Kontakte und er war es auch, der mich mit der Motivation und dem Wissen ausgestattet hat, um hier arbeiten zu können. Und natürlich steht er auch jetzt „aus der Ferne“ stets für Fragen und Hilfe zur Verfügung – so wie auch John und alle Kollegen hier. Ausnahmslos alle Kollegen, die ich hier getroffen habe, sind stets entspannt freundlich, hilfsbereit und sehr, sehr nett – was ich eigentlich nicht erwartet hätte, zumindest nicht an so einer Forschungseinrichtung. Aber man lässt sich ja gern positiv überraschen.
Im Wesentlichen arbeite ich hier an zwei unabhängigen Projekten. Bei einem Projekt beschäftige ich mich mit der Verbesserung von Verfahren beim Cone Beam CT, einer relativ neuen bildgebenden Technik, die sich im Vergleich zum herkömmlichen Multi Slice CT durch geringe Strahlenbelastung beim Patienten mit gleichzeitig besserer Auflösung auszeichnet, was besonders für Bildgebung im Innenohr oder Schädelbein interessant ist. Und andererseits entwerfe ich – zusammen mit meinem Mann und einem Kollegen – eine neue, verbesserte Methode für Tests am Gleichgewichtssystem mit dem oben genannten Drehstuhl, wobei ich hier auch mit Patienten arbeiten kann. Allein der Bau einer Kopfhalterung, die den Kopf bei Beschleunigungen von 5000 °/s stabil halten soll, ist ein Projekt für sich.
Es war sicher die richtige Entscheidung, für etwa 8 Monate nach Amerika zu gehen. Allein die Kontakte, die man nach so einem Aufenthalt hat, sind phänomenal, und zumindest weiß ich jetzt, dass ich, wenn möglich, noch für einige Zeit in der Forschung bleiben möchte. Und obwohl viel gearbeitet wird – manchmal bis spät abends – kommt auch die Freizeit nicht zu kurz. Einerseits ergeben sich immer wieder nette Kontakte mit Kollegen - Weihnachten konnten wir zum Beispiel gemeinsam mit der Familie eines Kollegen feiern - aber auch mit anderen Leuten. Besonders in der Kletterhalle trifft man gute Kontakte, und da die Hallen bis 23:00 geöffnet haben, war es bis jetzt nicht einmal nötig, den Fernseher aufzudrehen – es ist eigentlich immer was los. Es gibt sogar einen eigenen Österreicher-Stammtisch, der regelmäßig stattfindet. Und die Wochenenden verbringe ich entweder arbeitend (ja, das muss manchmal sein) oder im nicht weit entfernten Virginia und West Virginia, wo die Blue Ridge Mountains und der Shenandoah National Park zum Wandern einladen.








