Medizintechnik - Fokus Mensch

Student des Linzer Medizintechnik-Studiums begeistert mit Forschungen Wissenschafter in Sydney

Zu einem großen Erfolg geriet für Patrick Hübner das Berufspraktikum als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Neuroscience Research Australia (NeuRa) in Sydney, dem größten nicht-universitären neurowissenschaftlichen Zentrum Australiens. Die Leistung des gebürtigen Kärntners, der seit 2006 den Studiengang Medizintechnik der FH Oberösterreich in Linz belegt, wurde von seinem Professor Americo Migliaccio als „exceptionally good“ bewertet. Prof. Migliaccio prophezeit Hübner eine große Forscherkarriere und will ihn nach seinem Studienabschluss in Linz für ein Doktorat nach Sydney zurück holen.
Im Zuge seines Berufspraktikums entwickelte Hübner ein Messsystem für die Untersuchung des Gleichgewichtssystems. Diese Arbeiten dienen künftigen Therapien für kranke Menschen.
Um dieses System zu testen, muss man den Kopf des Versuchs-Subjektes präzise rotieren und gleichzeitig die resultierenden Augenbewegungen messen. Das Gleichgewichtssystem („vestibuläres System“) ermöglicht nämlich scharfes Sehen, indem es Kopfbewegungen durch entgegengesetzte Augenbewegungen kompensiert. Während seines Berufspraktikums entwarf Hübner eine Messanordnung, mit welcher bei Versuchstieren kontrollierte Kopfbewegungen durchgeführt werden können und die Augenbewegungen mittels video-basierter Systeme exakt erfasst werden.

Hilfe für tausende PatientInnen in Aussicht

Aufgrund des bei allen Säugetieren vergleichbaren Gleichgewichtssystems können an Mäusen Behandlungsmethoden für häufige, momentan noch schwer therapierbare Krankheiten wie das „Meniere`s Syndrom“ entwickelt werden. Dieses Syndrom tritt bei 0,2 Prozent der Bevölkerung auf, in Österreich sind das rund 16.000 PatientInnen. Die erfolgreichen Behandlungsansätze werden dann auf den Menschen übertragen.
„Das wichtigste Kriterium für ein funktionierendes Messsystem ist die zeitkritische und
exakte Messung der Motor-Position und Motor-Geschwindigkeit sowie der Augenbewegungen, da diese dann in der Analyse zueinander in Bezug gesetzt werden“ erläutert Hübner.

Doktoratsstudium „down under“

Momentan finalisiert der Kärntner in Linz seine Diplomarbeit, in welche die in Australien gewonnenen Messdaten einfließen. Den  Weg nach Australien hat ihm sein Professor am Linzer Studiengang Medizintechnik, Dozent Dr. Thomas Haslwanter geebnet. Er kooperiert in einem internationalen wissenschaftlichen Netzwerk unter anderem auch mit der US-Eliteuniversität Johns Hopkins in Baltimore.
Nicht nur fachlich, sondern auch biographisch eifert Patrick Hübner nun dem seinerseits Australien-erfahrenen Prof. (FH) Haslwanter nach: Ab September soll er auf Einladung der University of New South Wales ein Doktoratsstudium beginnen.
 

 

Medizintechnik-Absolvent will körperliche Aktivität stimulieren

Körperliche Aktivität ist einer der Schlüssel zu einem gesunden leben, speziell zu einem gesunden Altern. Die zunehmende Inaktivität der Menschen mündet in verschiedene Erkrankungen, vor allem des Herz-Kreislaufsystems. Die Folgen sind nicht nur für die Patienten belastend, sondern durch höhere Gesundheitsaufwendungen auch für die Volkswirtschaft.
DI (FH) Christoph Georg Watzinger hat im Rahmen seiner Diplomarbeit zusammen mit der Firma Guger Technologies OEG und dem AKh Linz ein Aktivitätsmessgerät mitentwickelt, welche körperliche Aktivität mit Hilfe von Beschleunigungssensoren messen kann. Die Anwendung des Systems umfaßt Fragestellungen hinsichtlich Prävention, Diagnose und Therapie, etwa für Adipositas-, Diabetis- und Osteoporose-Patienten.

Motivation zur Bewegung
Das Gerät gibt nicht nur Ärzten und Therapeuten wertvolle Aufschlüsse. Durch ein Display gibt das Gerät auch den Benutzern selbst laufend Informationen über die aktuell erreichte Aktivität in Bezug auf den täglichen Sollwert. Die Patienten werden so angespornt, ihr erforderliches Pensum an Bewegung zu absolvieren.

Medizintechnik-Absolvent sagt Rückenschmerzen den Kampf an

Laut Statistik – etwa der Gesundheitsbefragung 2006/07 der Statistik Austria -  sind Rückenschmerzen das meistverbreitete Problem sowohl unter der arbeitenden Bevölkerung als auch bei Senioren. (33,1% der 15-60 Jährigen und 50,8% der über 60Jährigen).
Die betroffenen Menschen hegen natürlich den Wunsch nach Linderung ihrer Schmerzen. Einer entsprechenden Therapie, die auf die Bedürfnisse des Patienten maßgeschneidert ist, geht aber eine exakte Diagnose voraus. Die Medizintechnik kann den Ärzten dabei entscheidend helfen.

Wirbelabstandsmessung

DI (FH) Gerold Schossleitner hat in seiner 2009 verfassten Diplomarbeit einen von ihm  entwickelten Prototyp zur Wirbelabstandmessung dokumentiert.
Als erster Schritt wurde das medizinische Anforderungsprofil definiert. Aus diesem leiteten sich die technischen Anforderungen an das Gerät ab, die als Grundlage für den zu entwickelnden Protoyp dienen. Da nur Relativmessungen sinnvolle Ergebnisse liefern, muss der Proband während der Messung verschiedene Positionen einnehmen um die Ab- standsänderung des Prozessus Spinosus und damit die Beweglichkeit des Wirbelsegments feststellen zu können. Gemessen wird mit federnd gelagerten Stiften, welche durch einfedern die Induktivität in einem Schwingkreis ändern. 
 
Der große Vorteil des von Schossleitner entwickelten Geräts: es misst die Wirbelsäule dreidimensional. Das war bisher nur mit sehr aufwändigen Apparaten oder mittels Röntgen und der damit einhergehenden Strahlenbelastung möglich.

DI (FH) Schossleitner selbst ist mittlerweile als Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Studiengang Medizintechnik tätig.

Medizintechnik-Absolventin evaluiert Therapiefortschritte in der Sturzvorsorge von Patienten mit Osteoporose

Osteoporose ist eine sehr weit verbreitete Krankheit. Sie bringt ein erhöhtes Risiko für Knochenbrüche mit sich. Dazu kommt, dass Stürze eine der häufigsten Unfallursachen darstellen und oft schwere Verletzungen mit sich bringen. Deshalb ist es für ältere Personen wichtig, ein Training, das kraft, Koordination und das Gleichgewicht fördert, durchzuführen. Aufgrund des erhöhten Sturzrisikos gilt dies vor allem für Patienten mit Osteoporose.
DI (FH) Angela Seyss-Inquart hat im Rahmen  ihrer Diplomarbeit eine Methode entwickelt, die das Gleichgewicht von Osteoporose-Patienten vor und nach einem speziellen 16-wöchigen Training misst. Das Trainingsdesign selbst wurde vom Kurzentrum Bad Kreuzen entworfen.

Ergebnisse
Es hat sich gezeigt, dass die von Seyss-Inquart mit Unterstützung von Prof. (FH) Dr. Andreas Schrempf entwickelte Methode geeignet ist, die Veränderungen bzw. Fortschritte bei den Patienten zu messen und den ÄrztInnen und TherapeutInnen damit wesentliche Informationen in die Hand zu geben.
Die Analyse der Ergebnisse zeigte, dass sich die Lebensqualität von neun der elf Teilnehmer vom Beginn bis zum Ende der Studie verbessert hat.
Nach dem einwöchigen Aufenthalt im Kneipp Traditionshaus Bad Kreuzen zeigt sich bei sieben der elf Teilnehmer eine Verbesserung des Gleichgewichts. Nach dem weiterführenden 15-wöchigen Training konnten sich sechs der Teilnehmer weiter verbessern.
Bei den Rückmeldungen zum Training waren sich die Teilnehmer einig, indem diese von einem allgemein besseren Körpergefühl und einer Zunahme der eigenen Kraft berichteten.
Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass es besonders für Osteoporosepatienten wichtig ist, Koordinations-, Gleichgewichts- und Kraftübungen in das alltägliche Leben einzubinden, um das Gleichgewicht zu verbessern, die Muskulatur zu kräftigen und letztendlich Stürze zu vermeiden.