Was ist Mobile Computing?
Mobile Computing mit ein paar wenigen Worten beschreiben zu wollen ist nicht wirklich möglich – zu breit sind die Anwendungsbereiche und Technologien, aber auch die Möglichkeiten und Potentiale, die in diesen beiden Worten stecken. Somit kann auch die nachfolgende Darstellung nur eine Skizze dessen sein, welche Möglichkeiten Ihnen dieses Studium bietet.

Mit annähernd 4 Milliarden Mobiltelefonen weltweit, steht eine den Globus umspannende technologische Plattform zur Verfügung, die nicht zwischen Arm und Reich oder entwickelten und unterentwickelten Ländern unterscheidet. Handys gibt es überall, auch dort, wo man sie am wenigsten vermutet, wo sie aber zwischenzeitlich zu einem lebensnotwendigen Instrument geworden sind. So wurden beispielsweise in Afrika mobile, bargeldlose Bezahldienste ins Leben gerufen, die die Transaktion von Geld ermöglichen. Damit hat man aus der Not eine Tugend gemacht, da es bis dato kein flächendeckendes Bankensystem gibt.

Mobile Computing == Handy?
Würde man Mobile Computing nur auf das Handy reduzieren, so wäre das eine zu reduzierte Betrachtungsweise. Damit Handys funktionieren, benötigt man eine relativ umfassende und durchaus komplexe Infrastruktur, die eine Vielzahl unterschiedlicher Services zur Verfügung stellen muss. Während in den Frühzeiten der Mobilkommunikation ausschließlich Sprachdienste abgewickelt wurden, liegen die Schwerpunkte heute bei innovativen und schnellen Datendiensten, die den Menschen eine erhöhte Mobilität aber auch neuartige Services garantieren. Diese, für viele unsichtbare Infrastruktur, garantiert mit all Ihren Möglichkeiten eine rasante wirtschaftliche Weiterentwicklung, deren Anfänge wir gerade miterleben dürfen.
Neben den Handys gibt es aber auch eine Vielzahl anderer mobiler Endgeräte und Anwendungen, die ebenso dem Mobile Computing zuzurechnen sind. Der einfache Laufcomputer, das Navigationssystem im Auto oder aber der MP3- bzw. Videoplayer sind allesamt Beispiele für mobile Endgeräte.

Die neue Dimension der Kreativität!
Wenngleich Kreativität oder die „Kreativen“ häufig nur mit dem Kunstbereich in Verbindung gebracht werden, stellt Mobile Computing das Paradebeispiel einer Anwendungsdomäne dar, in der sich kreative Denker sehr wohl fühlen werden. Fast täglich kommen neue Komponenten und Technologien auf den Markt, die es zu verknüpfen gilt, mit denen völlig neue Anwendungen und Services realisiert werden können. Mobile Computing ist dabei nicht nur auf den Bereich Software fokussiert. Vielmehr muss ein Gesamtverständnis über die beteiligten Technologien (Hardware, Software, Kommunikation) aber auch über das gesellschaftliche Umfeld vorhanden sein. Für mobile Geräte gibt es im Gegensatz zum PC keine örtlichen Beschränkungen! Damit können sie überall dort eingesetzt werden, wo sie benötigt werden und rücken damit den Menschen und seine Bedürfnisse wieder in den Vordergrund.
Neue Geschäftsmodelle
Die Mobilfunkbranche hat viele etablierte Geschäftsmodelle über Board geworfen. Waren es zu Beginn nur die Mobiltelefone, die kostenlos den Besitzer wechselten, so gib es heute auch schon Notebooks nahezu zum Nulltarif. Dies führt einerseits zu einer massiven Marktdurchdringung mit mobilen Endgeräten andererseits aber auch dazu, dass mit Anwendungen und Services noch immer ordentlich Geld verdient werden kann und das nicht nur mehr auf Seiten der Mobilfunkbetreiber.
Apple hat es vorgemacht und viele andere wie z.B. Google und Nokia folgen – die Einführung von Application Stores. Damit können selbst erstellte Anwendungen einfach und schnell einer großen Benutzergruppe angeboten werden. Dabei sind die Preise, die für eine Anwendung verlangt werden, meist sehr gering – vielfach werden gerade einmal ein oder zwei Euro verlangt -, sodass die Hemmschwelle für den Ankauf möglichst niedrig ist. Wenn nun der Ankauf gerade mal über zwei Klicks erledigt ist, so kann man gerade bei pfiffigen Ideen mit einem schönen Einkommen rechnen. Und das, ohne dass man sich selbst über den Vertrieb oder Werbung Gedanken gemacht hat.
Siehe auch Artikel in der New York Times (Nachdruck im Standard vom 20. April 2009).



