FH OÖ News – Hagenberg
Neuer Sensor-Alarm hilft Senioren bei Sturz
Ein neuer Sturzsensor löst automatisch Alarm aus, wenn der Träger oder die Trägerin hinfällt und lokalisiert die Person, sodass schnell geholfen werden kann. Der zirka handflächengroße Sensor – der an Gürtel, Bekleidung oder Körper getragen wird – ist speziell für ältere Leute, für die Stürze ein hohes Verletzungsrisiko darstellen und oft langwierige Rehabilitation nach sich ziehen. Die Innovation entwickelten Forscher am FH OÖ-Studiengang „Software Engineering“ in Hagenberg gemeinsam mit den Linzer Unternehmen Spantec GmbH und plastic electronic GmbH, dem Zentrum für Sportwissenschaft und Universitätssport der Universität Wien und der Salzburger Christian Doppler Klinik.
Das Besondere am Sensor ist, dass im Falle eines Sturzes dieser ohne Zutun des Gestürzten Alarm beim Pfleger schlägt. Damit kann nun endlich auch rasch Senioren geholfen werden, die sich nach Stürzen schwer verständlich machen können und ein unangenehmes, stundenlanges Ausharren auf Hilfe vermieden werden.
Ein Testlauf mit bewusst inszenierten Stürzen lieferte bereits gute Ergebnisse, nun soll der Sensor bald zu einem leistbaren Preis in Pflegeheimen und auch zu Hause zum Einsatz kommen.
“Diesen Jänner haben wir das System erfolgreich auf der Geriatrie in der Christian Doppler Klinik in Salzburg im Alltag getestet. Für heuer sind der Einsatz und weitere Tests in Pflegeheimen geplant, danach soll der Sensor auch im privaten Bereich zur Anwendung kommen“, erklärt DI Dr. Werner Kurschl, Forscher an der Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien in Hagenberg und Professor am Studiengang Software Engineering.
Wie groß ist die Sturzgefahr?
An der FH wurde mit der Firma plastic electronic auch ein vollautomatisches System entwickelt, das klassifiziert, wie sturzgefährdet jemand ist. Dieses System entstand im Rahmen der Diplomarbeit von Michael Neuhold, Absolvent des Master-Studiengangs „Software Engineering“, die Dr. Kurschl betreute.
Einen Prototyp für das System gibt es bereits. Zur Klassifikation der Sturzgefährdung muss die betreffende Person auf einer Drucksensorfolie bestimmte Aufgaben bewältigen.
„Damit kann man bereits im Vorfeld abklären, ob die Testperson mit einem Arzt ein Trainingsprogramm zur Sturzprävention erarbeiten sollte und ob assistive Technologien wie unser Sturzsensor eingesetzt werden sollen“, sagt Kurschl.
Testgelegenheit beim FH-Infotag
Der neue Sensor, der im Rahmen des Forschungsprojekts „iLiving“ entstanden ist und das Klassifikationssystem werden am Tag der offenen Tür (12. März) an der FH in Hagenberg vorgestellt. Beide werden auch im Rahmen der "Bleib G'sund" Gesundheits- und Wellnesstage von 12.-14. März im Design Center Linz präsentiert.
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